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Diversity für Mitarbeiter:innen
Job

Arbeitgeber:in für mich!

Das Internet ist voll von Jobangeboten. Aber wie finde ich als Bewerber:in das Unternehmen, das für mich geeignet ist? Johanna Schaller hat beim Beratungsunternehmen PwC den People&Culture-Bereich aufgebaut, aktuell ist sie als Expertin für „New Work“ tätig – und nennt uns einige Kriterien, die Arbeitsuchenden speziell hinsichtlich Diversity & Inklusion weiterhelfen.
Text: Marion Breiter O’Donovan
© Schaller
Als „New Work“-Expertin beschäftigt sich Johanna Schaller mit Arbeits- und Lebenskonzepten, die Menschen stärken, anstatt sie zu schwächen

Sie sind Expertin für „New Work“. Was versteht man unter dem Begriff?

Mit „New Work“ meint man Arbeits- und Lebenskonzepte, die Arbeit so gestalten, sodass sie Menschen stärken, anstatt sie zu schwächen. Dabei spielen Diversität und Inklusion bzw. „Belonging“, also das Dazu-Gehören, eine entscheidende Rolle.

Welche Kriterien geben Hinweise darauf, wie inklusiv ein Unternehmen ist? Wie weiß ich als Bewerber:in, ob sich diese:r Arbeitgeber:in für mich eignet?

Es gibt einige Faktoren, auf die Menschen, wenn sie sich auf dem Arbeitsmarkt umschauen, achten können: den Anteil von Frauen/Männern im Unternehmen. Auch Auszeichnungen, z.B. als „Great Place to Work®“, Mentoring-Programme oder Netzwerke im Bereich LGBTQ+ sind Kriterien. Diese geben Arbeitnehmer:innen ein erstes Gefühl dafür, wie inklusiv ein:e Arbeitgeber:in ist.

Was erkennt man am Stelleninserat bzw. am Bewerbungsprozess?

Das ist der nächste Schritt. Man kann analysieren: Wie sieht der Bewerbungs-Prozess aus? Das beginnt mit der Stellenausschreibung: Hier heißt es über die gesetzlichen Vorgaben hinaus auf die genaue Wortwahl achten. Speziell Frauen werden durch die Verwendung von bestimmten, eher leistungsorientiert konnotierten Wörtern eher vom Bewerbungsprozess abgehalten.  Die Worte sollten offen gewählt und ein breiteres Publikum ansprechen.

Unternehmen sind heute im Recruiting-Prozess bereits offener, weil am Arbeitsmarkt Fachkräftemangel herrscht. Inzwischen ist der lückenlose Lebenslauf nicht mehr so wichtig, die Arbeitgeber:innen suchen sich auch „Ausreißer:innen“. Aber die Auswahl-Prozesse werden intensiver. Man interviewt die Kandidat:innen lieber mehrmals in unterschiedlichen Konstellationen, als dass es zu einer unbedachten Einstellung und auf beiden Seiten zu einem bösen Erwachen kommt.

Was bietet ein Diversitäts-bewusstes Unternehmen an, wo sollte ich als Bewerber:in näher hinsehen?

Man sollte sich Fragen stellen wie: Habe ich beim Bewerbungsgespräch ein oder zwei Personen gegenüber, sind da ein Mann und eine Frau, lerne ich schon Teammitglieder kennen? Gibt es ein zweites, drittes Gespräch? Werden Karriere-/Gehaltsschritte klar und transparent definiert, welche Weiterbildungs-Möglichkeiten gibt es? Wie flexibel ist das Unternehmen hinsichtlich der Zeiteinteilung/des Arbeitsortes? Werden alternative Führungsmöglichkeiten wie „Shared Leadership“ angeboten? Gibt es Generationen-Tandems? Wird mir ein Onboarding-Prozess angeboten, wird mir ein Buddy zur Seite gestellt?

Vielen Dank für Das Gespräch!

 

Diversity-Checklist: Das können Sie von ihrem Unternehmen erwarten

  •  Transparenz und offene Kommunikation. Nur so kann die Veränderung der Arbeit gelingen und nur so wird sie von allen im Unternehmen mitgetragen – das gilt insbesondere für Diversität, aber auch für andere Bereiche.
  • Wertschätzung. Jede einzelne Person sollte mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen – die gefördert werden können – gesehen werden.
  • Fehlerkultur. Zeichen einer offenen Unternehmenskultur ist, dass Fehler zugelassen – ja sogar gefeiert – werden. Nur so entwickeln sich Mitarbeitende und schlussendlich auch Organisationen weiter.
  • Role models. Führungspersonen sind Vorbilder. Sie sollten ein Diversity-bewusstes, inklusives Verhalten vorleben, indem sie andere in Prozesse einbeziehen, eine wertschätzende Sprache und einen respektvollen Umgang mit Kolleg:innen, egal auf welcher Hierarchieebene, pflegen.

www.pwc.at

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