• Diversity Management
  • Good Practice
  • People
  • Service
  • Balance
  • Diversity Voices
Diversity Management

Jeder vierte Jugendliche mit Behinderung gehört zur NEET-Gruppe

Neue Zahlen der Statistik Austria zeigen massive strukturelle Nachteile von Menschen mit Behinderung beim Einstieg ins Berufsleben. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den 15-24jährigen" (NEET-Gruppe).
Text: Michael Strausz
Behinderter Jugendlicher
© Ortopediatri Çocuk Ortopedi Akademisi
Menschen mit Behinderung werden vom Arbeitsmarkt ferngehalten

Gelunger Berufseinstieg besonders wichtig

Mehr als jede vierte Person in dieser Gruppe ist weder in Ausbildung noch in Erwerbstätigkeit. Die Zahlen im Vergleich: die NEET („Not in Employment, Education or Training“)-Quote stieg von 19,2 Prozent 2022 auf 26,8 Prozent im Jahr 2024. Bei jungen Menschen ohne gesundheitliche Einschränkungen lag sie im selben Jahr bei nur 7,5 Prozent. „Diese Entwicklung ist alarmierend“, betont Christina Schneyder, Geschäftsführerin des Dachverbands für berufliche Inklusion Austria, dabei-austria. Denn ausgerechnet jene Gruppe, deren langfristige Erwerbschancen von einem gelungenen Einstieg abhängen, werde zunehmend vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen.

Umsetzung von Regierungsvorhaben gefährdet

Seit 1. Jänner 2024 gilt die Reform „Arbeitsfähigkeit bis 25″ (AF25), die jungen Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Ausbildung und Beschäftigung erleichtern soll. Die Zahlen der Statistik Austria machen deutlich: das Vorhaben stockt, weil der Unterstützungsbedarf größer ist als bislang abgedeckt. Gleichzeitig wird der berufliche Einstieg schwieriger, weil in Bund und Ländern bei Inklusions-Maßnahmen gekürzt wird. Dazu kommt erschwerend, dass Unternehmen aufgrund der konjunkturellen Entwicklung vorsichtiger agieren und weniger einstellen und ausbilden.

NEBA nicht einsparen

Aktuelle Arbeitsmarktdaten zeigen, dass sich bestehende Ungleichheiten auch bei Erwachsenen weiter verschärfen. Im Dezember 2025 lag die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen um 11,8 Prozent höher als im Vorjahr – ein Anstieg, der rund viermal so stark ausfiel wie jener der Arbeitslosigkeit insgesamt. Die aktuellen Daten zeigen, dass bei Maßnahmen für berufliche Inklusion, wie dem Netzwerk berufliche Assistenz NEBA unter gar keinen Umständen eingespart werden darf. Mit den NEBA-Angeboten Jugendcoaching, AusbildungsFit und Berufsausbildungsassistenz wurden im Auftrag des Sozial- und Arbeitsministeriums in den letzten 10 Jahren die geeigneten Unterstützungsleistungen speziell für benachteiligte Jugendliche aufgebaut. Sie geben berufliche Perspektiven und begleiten bei der Vorbereitung auf den geeigneten Job für einen Einstieg ins Arbeitsleben. Rund 90 Tausend junge Menschen haben im Jahr 2024 davon profitiert. „Der mit 2026 eingeleitete Sparkurs bei den NEBA-Angeboten trifft eine Bevölkerungsgruppe, die strukturell benachteiligt ist und jedenfalls gezielte Unterstützungsangebote benötigt“, unterstreicht Eva Skergeth-Lopič, als Vorstandsvorsitzende im dabei-austria. Maßnahmen zur beruflichen Inklusion sind eine nachhaltig wirksame Investition in Chancengerechtigkeit für alle. Sie eröffnen jungen Menschen mit Benachteiligung den Einstieg ins Berufsleben und erschließen den Unternehmen bislang ungenutzte Potenziale für verlässliche Arbeitskräfte. So tragen sie zur Fachkräftesicherung für die Wirtschaft bei und reduzieren langfristig höhere Sozialausgaben.

Über dabei-austria:

Der Dachverband Berufliche Inklusion – Austria vertritt 98 Mitgliedsorganisationen, die im Netzwerk berufliche Assistenz (NEBA) österreichweit 220 Projekte zur beruflichen Inklusion umsetzen. NEBA ist ein Programm im Auftrag des Sozialministeriumservice. Mit den Angeboten Jugendcoaching, AusbildungsFit, Berufsausbildungsassistenz, Arbeitsassistenz und Jobcoaching werden pro Jahr mehr als 110.000 Teilnehmer:innen erreicht. Das Betriebsservice berät Unternehmen dabei, Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung zu gestalten.

Mehr zum Thema Diversity Management
© arbeit plus Wien

Frauenarbeitslosigkeit steigt um sieben Prozent

Laut AMS-Arbeitsmarktdaten zeigt der Arbeitsmarkt zum 34 Mal in Folge eine negative Entwicklung. Frauen sind mit 147.437 Personen am stärksten betroffen, ebenso Arbeitnehmer:innen ab 50+. Gleichzeitig verschärft sich die Lage bei Langzeitbeschäftigungslosen (+14,1%) im Jahresvergleich weiter.
Menschen im Büro vor einem Laptop
© pexels_Ivan Samkov

Fachkräftemangel in Österreich bleibt größtes Unternehmensrisiko

62 der Unternehmen zählen den Fachkräftemangel zu den größten Gefahren für das eigene Unternehmen, fast ein Drittel hält ihn sogar für sehr gefährlich. Das ergab eine Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die im August und September 2025 über 500 Verantwortliche von KMU befragt wurden.
MINT für Kinder und Jugendliche
© pexels/Vladimir Srajber

MINTwoch wird 50: Naturwissenschaften und Technik für Kids

MINT-Wissenschaften zum Angreifen für Schüler:innen gibt es in Salzburg monatlich. Am sogenannten „MINTwoch“ finden nun im Feber bereits zum 50. Mal Mitmach-Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen der 5. und 10. Schulstufe statt.
  • Über uns
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Mediadaten
Hier geht es zur aktuellen Ausgabe