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Diversity für Mitarbeiter:innen

Equal Pay Day: weiter drastische Einkommensunterschiede

Warum sollten Frauen für dieselbe Arbeitsleistung schlechter bezahlt werden als Männer? Ein unbegreiflicher Missstand, auf den der Aktionstag "Gender Pay Day" aufmerksam machen soll. Unter dem Motto „Lohnschere schließen – Karrierechancen öffnen“ verweist auch das internationale Frauennetzwerk BPW – Business and Professional Women – auf diese Ungerechtigkeit.
Text: Marion Breiter O’Donovan
© Shutterstock/seto contreras

Anna macht ihren Job mit Begeisterung und Hingabe. Dementsprechend erfolgreich ist sie. Und trotzdem verdient sie weniger als ihr Kollege – der denselben Job macht wie Anna. Wie kann das sein, fragen wir Frauen uns. Der „Equal Pay Day“  (was auf Deutsch so viel wie „Tag der gleichen Bezahlung“ heißt) soll auf diesen Missstand hinweisen und dazu führen, dass sich das Bewusstsein in Unternehmen und Gesellschaft verändert. Dafür wäre es auch wirklich an der Zeit, kann ich als Frau dazu nur sagen …

Die Initiative, die Lücke in der Bezahlung – den „Gender Pay Gap“ – deutlich zu machen, kann jedenfalls nur begrüßt werden. Er ist der Tag, bis zu dem Frauen unentgeltlich arbeiten würden, wenn sie dasselbe verdienen würden wie Männer. In Österreich ist der Gender Pay Day im Jahr 2024 der 14.2. Das heißt, bis zu diesem Datum hätte ich gratis gearbeitet.

BPW, Business and Professional Women, berechnet den Equal Pay Day in Österreich

Das internationale Frauennetzwerk BPW / Business and Professional Women berechnet seit 2009 den Equal Pay Day (EPD) für Österreich. Dabei basieren die Zahlen für den EPD auf der Einkommensstatistik von vor 2 Jahren. Das Jahr 2022 wurde durch die Covid-19 Pandemie beeinflusst. Die negativen Auswirkungen auf das Bildungswesen, die Wirtschaft und die Gesellschaft waren spürbar, die Arbeitslosen-Zahlen stiegen.

Rita Volgger, Präsidentin von BPW Austria, analysiert: „An der Situation der Frauen hat sich auch 2022 nichts geändert. In den am schlechtesten bezahlten Branchen finden sich signifikant mehr Frauen, in den Führungsebenen finden wir 2 Frauen von 10 im Vorstand.“

Der aktuelle Gender Pay Gap: 12,4%

Aus den Berechnungen ergibt sich: Aktuell beläuft sich der Gender Pay Gap auf 12,4 % (gegenüber 13% im Jahr davor). Das entspricht 45 Kalendertagen, die Frauen rechnerisch betrachtet unbezahlt arbeiten. Daraus ergibt sich im Österreichschnitt eine beträchtliche Summe: die Differenz von derzeit ca. 5.800 € pro Jahr. Das wäre hochgerechnet auf ein Arbeitsleben von 40 Jahren der Wert einer Eigentumswohnung, betont BPW Austria. Dazu kommt eine zusätzliche negative Auswirkung: Das geringere Einkommen reduziert die Pensions-Bemessungsgrundlage: Frauen erhalten im Schnitt um 37% oder 935 € weniger Pension als Männer.

Das geschlechtsspezifische Lohngefälle zwischen Frauen und Männern ist hierzulande im europäischen Vergleich hoch. Auch innerhalb Österreichs variiert es: Während in Wien der Pay Gap mit 3,2% relativ klein ist, zeigt sich in Vorarlberg eine Lücke von stolzen 21,1%. Eine Auflistung nach Bundesländern findet ihr hier.

Die Forderungen das „Gender Pay Day 2024“ lauten:

  • Einkommenstransparenz
  • Aufwertung der Niedriglohnbranchen
  • flächendeckender Ausbau der Kinderbetreuung
  • größere Investitionen in Bildung und Forschung

Mit einer Mitmach-Kampagne auf Social Media soll auf den Gender Pay Day und die Gehaltslücke aufmerksam gemacht werden. Dabei sollen rote Handtaschen und Kleidungsstücke auf Fotos klare Zeichen setzen.

Die Berechnungs-Formel:

Kalendertage x Pay Gap (in %) : 100 = Anzahl der unbezahlten Tage

Bei einem Einkommensunterschied von 12,4% laut Statistik Austria im Jahr 2022 ergibt das:

365 x 12,4 (in %) : 100 = 45 Tage, also 14.2.

FOTO: Shutterstock/seto contreras

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