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Diversity Good-Practice

Neue Aktion Arbeitsmarktintegration 55Plus für Langzeitarbeitslose

Die Aktion 55Plus ist eine Chance, langzeitbeschäftigungslose Menschen strukturell in den Arbeitsmarkt zu integrieren, als Antwort auf wachsende gesellschaftliche Herausforderungen.
Text: Michael Strausz
arbeit plus Geschäftsführerin Sabine Rehbichler
© emee soulcie
arbeit plus Geschäftsführerin Sabine Rehbichler

Längere Beschäftigungslosigkeit betrifft vorwiegend Ältere

Die Arbeitsmarktlage in Österreich zeigt eine anhaltend angespannte Entwicklung. Im Juni 2025 war die Zahl der Arbeitslosen um 9,3 Prozent höher als im Vorjahr, wobei der Anteil langzeitbeschäftigungsloser Personen bereits fast ein Drittel der Arbeitslosen ausmacht. Besonders stark betroffen sind ältere Arbeitslose: Bei den über 50-Jährigen ist der Anteil Langzeitbeschäftigungsloser mit über 40 Prozent deutlich erhöht, bei den über 55-Jährigen liegt er bei fast 45 Prozent,

Hinzu kommen strukturelle Hürden beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt: Laut einer Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Foresight (vormals SORA) aus 2023 sinkt die Einladungschance zu Bewerbungsgesprächen bei älteren Langzeitarbeitslosen im Vergleich zu jüngeren, kurzfristig arbeitslosen Personen deutlich. Parallel dazu sind seit 2024 Frauen stärker betroffen– insbesondere infolge der stufenweisen Anhebung des Regelpensionsalters. Erste Daten deuten darauf hin, dass Frauen aus dem Handel, Pflege-, Tourismus- und Reinigungsbereich überproportional von Arbeitslosigkeit betroffen sind, was die Langzeitbeschäftigungslosigkeit unter älteren Frauen verschärfen könnte.

Netzwerk von 200 gemeinnützigen Sozialen Unternehmen

„Seit den 1980er Jahren werden in Österreich Programme wie die Aktion 8.000 oder 20.000 umgesetzt – oft unter schwierigen Bedingungen, aber mit messbarem Erfolg“ , betont Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus, ein österreichweites Netzwerk von rund 200 gemeinnützigen Sozialen Unternehmen an 500 Standorten. Diese haben zur finanziellen Absicherung, besseren Lebensqualität und sozialen Teilhabe der Teilnehmenden beigetragen und zugleich Gemeinden sowie Regionen ermöglicht, notwendige Tätigkeiten auf lokaler Ebene zu organisieren. Mit der Aktion 55Plus (existenzsichernde soziale Arbeit für ältere Langzeitarbeitslose, z.B. Senior:innen-Taxis und einer Fachkräftestrategie plant die neue Bundesregierung eine Beschäftigungs- und Qualitätsoffensive. arbeit plus begrüßt das Vorhaben ausdrücklich, und betont gleichzeitig, dass der Erfolg eng mit seinem Aufbau auf bestehenden Strukturen und mit einer klaren inhaltlichen Qualität verknüpft ist.

Konkrete Empfehlungen von arbeit plus

Vorhandene Strukturen nutzen: Soziale Unternehmen bieten seit Jahrzehnten hochwertige Beschäftigung – in enger Kooperation mit Gemeinden und dem AMS. Darüber hinaus plädiert arbeit plus dafür, auf bewährte Programme aufzubauen: Das Wiener Modellprojekt „Schritt für Schritt“ kombiniert kontinuierliches Case Management mit Beschäftigung in sozialökonomischen Betrieben. Es richtet sich an Personen, die seit mindestens fünf Jahren arbeitslos sind oder noch nie erwerbstätig waren. Teilnehmende können bis zu drei Jahre im Projekt bleiben – ein entscheidender Faktor für Stabilisierung und schrittweise Integration. Ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt die Dauer der Beschäftigung. Nationale wie internationale Beispiele zeigen: Nachhaltige Integration braucht verlässliche Perspektiven über mehrere Jahre.

“ Die Aktion 55Plus ist eine Chance, langzeitbeschäftigungslose Menschen strukturell in den Arbeitsmarkt zu integrieren – nicht als Ausnahme, sondern als notwendige Antwort auf eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Gerade in strukturschwachen Regionen kann die Aktion 55Plus Versorgungslücken und soziale Isolation wirksam schließen – vorausgesetzt, sie wird gemeinsam mit regionalen Partnern entwickelt und getragen“, resümiert arbeit plus Geschäftsführerin Sabine Rehbichler.

 

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