Gleichstellungsprojekt „FairPlusService“ zieht Zwischenbilanz

Gleichstellungsberatung in Unternehmen wirkt vor allem dann, wenn sie nicht bei Einzelmaßnahmen stehen bleibt, sondern betriebliche Strukturen, Entwicklungschancen und Verbindlichkeit in den Blick nimmt. Das zeigen erste Zwischenergebnisse der begleitenden Evaluation vom ESF+-Projekt FairPlusService durch JOANNEUM RESEARCH, die im Rahmen von der Reflexionsveranstaltung „FairPlusReflect“ Anfang Juli 2026 zur Projekthalbzeit vorgestellt wurden. Rund 50 Expert:innen aus Arbeitsmarkt, Bildung, Gleichstellung und Unternehmensberatung diskutierten intensiv die Ergebnisse und entwickelten Handlungsempfehlungen für den weiteren Projektverlauf.
Projektziel: wirksamere Gleichstellungsberatung
Die ersten Zwischenergebnisse der begleitenden Evaluation liefern FairPlusService eine klare Standortbestimmung: Gleichstellung bleibt für Unternehmen hoch relevant, erste Beratungsansätze bewähren sich, zugleich zeigen sich Herausforderungen in der praktischen Umsetzung. Ziel ist die Reflexion von eingesetzten Methoden und Angeboten, Erfahrungen und Erkenntnissen aus der bisherigen Projektlaufzeit und aktuelle Entwicklungen, um das Beratungsangebot und die Projektumsetzung weiterentwickeln zu können und Gleichstellungsberatung in Unternehmen noch wirksamer, verbindlicher und nachhaltiger zu verankern.
Gleichstellung betrifft gesamte Organisation
Zusätzlich rückte Assoz. Prof. Dr. Paul Scheibelhofer ( Assistenzprofessor am Institut für Erziehungswissenschaft der Uni Innsbruck) mit seiner Keynote „Männlichkeit als Gleichstellungsfrage: Muss Frauenförderung auch vermehrt Männer in den Blick nehmen?“ eine wichtige Perspektive in den Fokus. Seine Ausführungen machten deutlich: Gleichstellung gelingt nicht, wenn sie als reines „Frauenthema“ verstanden wird. Sie betrifft Strukturen, Rollenbilder und Unternehmenskulturen und damit uns alle.
„FairPlusReflect war ein wichtiger Meilenstein für unsere Projektarbeit. Sowohl die Evaluation als auch die Keynote mit der Einbringung auf eine gendersensible Sichtweise und der gemeinsame, interdisziplinäre Austausch hilft uns, sichtbar zu machen, was bereits wirkt und wo wir gemeinsam mit Unternehmen, Partner:innen und Expert:innen weiter schärfen müssen. Genau diese Reflexion brauchen wir, damit Gleichstellungsberatung praxisnah und wirksam bleibt“, betont Gudrun Koban, Projektleiterin FairPlusService.
Über FairPlusService
FairPlusService wird von der ÖSB Consulting in Kooperation mit ABZ*AUSTRIA, update Training und ÖSB Social Innovation vom November 2023 bis November 2028 umgesetzt und ist aus Mitteln der Europäischen Union (EU) und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK) finanziert. Das Projekt ist ein österreichweit angebotenes Programm (mit Ausnahme des Burgenlands) mit Fokus auf (Weiter-)Bildung und beruflicher Entwicklung, das auf lokale Berater*innen-Teams setzt. Die Schwerpunkte bei FairPlusService liegen auf Servicebranchen wie Gesundheit und Soziales, Erziehung und Unterricht sowie Gastronomie, Einzelhandel, Reinigung, Lebensmittel- und Textilproduktion und persönliche Dienstleistungen.


