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Diversity Good-Practice

Inklusiver Rollstuhl- und Fahrradpark eröffnete am Wienerberg

Die inklusive Anlage nahe dem Sportplatz "In der Gruam" eröffnete offiziell Anfang August. Realisiert wurde das zukunftsweisende, innovative Projekt im Rahmen der Kinder- und Jugendmillion der Stadt Wien.
Text: Michael Strausz
© Stadt Wien_Markus Wache
Die neue barrierefreie Sportanlage Wienerberg

Inklusive Nachhaltigkeit

Bereits bei der Planung stand der Wunsch nach einem möglichst naturnahen Design im Vordergrund. Der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien setzte auf nachhaltige Materialien: Holz für die Rollstuhl-Bahnen und eine umweltfreundliche Mischung aus Erde, Lehm und Split für die Fahrradstrecke. Die Gestaltung erinnert an einen Pumptrack und verzichtet bewusst auf Asphalt. Favoritens Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) hebt den inklusiven Ansatz hervor: „Bereits im Walter-Kuhn-Park wurde ein Rollstuhlkarussell umgesetzt, damit eine barrierefreie Benutzung des Spielplatzes aller Kinder und Jugendlicher – ob mit oder ohne Behinderung – möglich ist. Der Rollstuhl- und Fahrradpark am Wienerberg setzt diesen Gedanken der Inklusion weiter fort.“

Flexible Wasserspender und verlängerte Tische

Der Park wurde in drei Schwierigkeitsstufen angelegt, um Anfängern wie Fortgeschrittenen gleichermaßen Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Durch „Umfahrungen“ kann jede Station unabhängig vom Können gemeistert werden. Eine zentrale Holzplattform dient als gemeinsamer Ausgangspunkt für beide Strecken. Ergänzt wird das Parkgelände mit der ersten barrierefreien „Öklo“-WC-Anlage Favoritens, verlängerte Tische in Hüfthöhe, die man gut mit dem Rollstuhl erreichen kann und einen Wasserspender auf unterschiedlichen Höhen. Das neue Bewegungseldorado ist das Ergebnis eines Siegerprojekts aus der Beteiligungsinitiative „Junges Wien“ und ergänzt den bestehenden Ballsportplatz um naturnahe, inklusive Bewegungsflächen. Der Park bietet sowohl für Rollstuhlfahrer als auch für Fahrradfahrer spannende Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung und zum gemeinsamen Austausch. Finanziert wurde das Projekt mit 130.000 Euro aus der Kinder- und Jugendmillion.

Jugendmillion und Initiative „Junges Wien“

Im Juni 2020 wurde im Wiener Gemeinderat die Wiener Kinder- und Jugendstrategie beschlossen, um Wien zur kinder- und jugendfreundlichsten Stadt der Welt zu machen. Eine der insgesamt 193 Maßnahmen der Kinder- und Jugendstrategie stellt die Partizipative Kinder- und Jugendmillion dar. Die Stadt Wien stellt Wiens Kindern und Jugendlichen alle zwei Jahre 1 Million Euro zur Verfügung, um ihre Stadt mitzugestalten und ihre Projektideen einzubringen. Alle zwischen fünf und 20 Jahren mit Lebensmittelpunkt in Wien können ihre Ideen für ihr Wien von morgen einreichen und mitentscheiden, wie Wien inklusiver und jugendfreundlicher werden kann.

Leitfaden für Partizipation

Der Leitfaden „Dialog auf Augenhöhe“ gibt einen handlichen Überblick über vielfältige Möglichkeiten und die Qualitätskriterien für Kinder- und Jugendpartizipation in Wien. Der Fokus liegt dabei auf Beteiligungsformaten, die von der offenen Kinder- und Jugendarbeit begleitet und in Zusammenarbeit mit Magistratsabteilungen und Bezirks- bzw. Stadtpolitik umgesetzt werden. Dazu zählen beispielsweise ein Bezirksjugendparlament oder ein Beteiligungsprozess in einem Park, aber auch das wienweite Kinder- und Jugendmillion und die partizipative Kinder- und Jugendmillion, die kürzlich in die zweite Runde gegangen sind. Der Leitfaden ruft dazu auf, mit jungen Menschen in einen Dialog auf Augenhöhe zu treten – denn wir alle profitieren von Kindern und Jugendlichen, die sich in ihrem Umfeld einsetzen, ihre Ideen einbringen und Verantwortung übernehmen.

Weitere Infos: https://www.wien.gv.at/freizeit/bildungjugend/pdf/leitfaden-kinder-jugendpartizipation.pdf  

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