Projekt für Frauen ohne abgeschlossene Berufsausbildung

Etwa ein Fünftel (22,3 %) der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 34 Jahren hat laut Statistik Austria Ausbildungen im Rahmen des Schul- und Hochschulwesens oder eine Lehrausbildung abgebrochen. Die Gründe, warum Menschen oft ohne abgeschlossene Ausbildung dastehen, sind vielfältig. Sie reichen von finanziellen Engpässen, familiären Verpflichtungen bis hin zu fehlender Unterstützung. Oft sind dann gerade Frauen von Arbeitslosigkeit bedroht.
Ohne Berufsausbildung droht Arbeitslosigkeit
„In Wien haben 42,8 Prozent der arbeitslosen Frauen maximal einen Pflichtschulabschluss. Für sie ist das Risiko der Arbeitslosigkeit besonders groß“, sagt Bürgermeister Michael Ludwig im Rahmen eines Hintergrundgespräches zum Projekt der waff Frauenstiftung. Mit der Frauenstiftung Wien setzt der waff gemeinsam mit dem AMS Wien eine gezielte Maßnahme, um die Unterstützung für Frauen weiter zu verstärken.
„Wir wollen Frauen, die etwa durch Care-Arbeit für Kinder oder Angehörige Unterbrechungen in der Ausbildung oder im Beruf hatten, Chancen bieten“, unterstreicht Ludwig. Ziel ist es, dass Frauen ohne abgeschlossene Ausbildung eine qualifizierte Berufsausbildung absolvieren können und damit ihre Jobchancen nachhaltig verbessern. „Der waff unterstützt vom Pflichtschulabschluss bis zum universitären und tertiären Bereich mit zahlreichen Angeboten – damit sind wir möglichst nah an der Lebensrealität der Wienerinnen“, so waff-Geschäftsführer Marko Miloradović.
Anmeldung bis Juli 2026
Start der Maßnahme war der 1. August 2025, Eintritte in das Programm sind bis 31. Juli 2026 möglich. 26 Frauen haben bereits eine Ausbildung über die Frauenstiftung gestartet, weitere 15 sollen folgen. 40 Prozent der Frauen planen, die Ausbildung mit einem Lehrabschluss abzuschließen. Insgesamt haben sich mehr als 600 Interessentinnen gemeldet. Viele erfüllten nicht die Voraussetzungen, werden aber in andere waff-Programme weitervermittelt.
Das Projekt
Die Frauenstiftung Wien von waff und AMS Wien richtet sich – ergänzend zum bestehenden waff-Angebot – speziell an Wienerinnen ab 25 Jahre ohne abgeschlossene Berufsausbildung. Die Frauenstiftung ist vorerst für 100 Frauen geplant. Insbesondere Wiedereinsteigerinnen, die wegen Karenz oder Betreuungspflichten eine Berufsunterbrechung hatten, beim AMS vorgemerkt sind und Arbeitslosengeld beziehen, werden unterstützt. Sie erhalten umfassende Berufsorientierung, eine kostenlose Ausbildung, das Arbeitslosengeld des AMS Wien und monatlich 300 Euro Ausbildungszuschuss vom waff. Frauen können Ausbildungen in Zukunftsbranchen absolvieren, etwa in den Bereichen Klimaschutz/Nachhaltigkeit/Ökologisierung, MINT oder Soziales. Die Frauenstiftung Wien ermöglicht Wienerinnen umfassende Schul- und Studienausbildungen, die ohne Stiftung nicht möglich wären. Die Stadt Wien investiert über den waff rund 1,7 Millionen Euro.
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