• Diversity Management
  • Good Practice
  • People
  • Service
  • Balance
  • Diversity Voices
Diversity für Mitarbeiter:innen

Übergewicht als Knockout-Kriterium?

Menschen mit Übergewicht die Einreise zu verweigern – damit macht US-Präsident Donald Trump derzeit Schlagzeilen. Visumanträge sollen demnach abgewiesen werden, wenn diese Personen wegen gesundheitlicher Probleme zu einer „öffentlichen Last“ werden könnten.
Text: Helene Fiegl
übergewicht: waage und messband
© pixabay/mojzagrebinfo

Von Trump sind wir schon einiges gewohnt. Doch nun schießt er sich auf übergewichtige Menschen ein, um die Einwanderungspolitik weiter zu verschärfen. Dass Einwanderer gesundheitlich überprüft werden, ist bereits Usus, doch dabei stehen normalerweise ansteckende Krankheiten oder der Impfstatus im Fokus.

Mit Übergewicht kein Visum

Nun sind Übergewichtige am Radar des Präsidenten – zumindest jene, ohne Geldreserven. Sie sollen kein Visum für die Vereinigten Staaten bekommen. Als Belastung für das nationale Gesundheitssystem werde ausdrücklich Fettleibigkeit angegeben. Damit verbundene mögliche Leiden, wie Asthma, Bluthochdruck oder Herzkreislauf-Probleme, würden für das Gesundheitssystem zu teuer kommen, richtet Trump aus. Für adipöse Menschen mit einem entsprechenden finanziellen Polster scheint diese Regelung, um an ein Visum zu kommen, jedoch nicht zu gelten. Sie könnten nämlich ihre medizinische Behandlung selbst bestreiten.

Zuvor hatte Donald Trump den „Fat-Shot“-Deal mit Pharmafirmen veröffentlicht. Abnehm-Medikamente, die mehr als 1.000 Dollar im Monat gekostet haben, sollen nun für 350 Doller monatlich erhältlich sein. Dem Körpergewicht wird deutlich wieder mehr Raum gegeben – und das leider in eine negative Richtung. Die Schlankheits-Tendenzen sind auch auf dem Laufsteg wieder spürbar.

Plus-Size weniger gefragt

Die Hashtags #BodyPositive und #AllBodiesAreBeautiful standen besonders in den sozialen Medien für Inklusion und Chancengleichheit. Der Trend geht jedoch dahin, dass Plus-Size-Models weniger oft gebucht werden. Laut dem „Size Inclusivity Report“ der Branchenplattform „Vogue Business“ schreiten große Größen derzeit tatsächlich seltener über den Laufsteg.

Umso wichtiger sind Menschen wie Martina „Bobby“ Hermann-Thurner. Die Wiener Bloggerin und Autorin fordert mehr Akzeptanz für mehrgewichtige Menschen. Sie setzt sich seit mehr als zehn Jahren gegen Gewichtsdiskriminierung ein. 2015 gründete sie das Curvect Plus Size Blogazine, wo sie über Bedürfnisse und Belange Mehrgewichtiger, Mode und Selbstakzeptanz schreibt. Sie ist eine der zwei Gründerinnen des Podcasts „Fat Business“. Ihr jüngster Wurf ist das gleichnamige Buch „Fat Business“, erschienen bei Kremayr&Scheriau.

Fat Business fordert mehr Akzeptanz

Mehrgewichtige werden systematisch entmenschlicht, bekrittelt Hermann-Thurner. Ob negative Darstellung in den Medien oder öffentliche Diffamierung – Dicken werde abgesprochen, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu sein. Bobby Herrmann-Thurner selbst habe durch die dauernde Herabwürdigung erst ihren Selbstwert verloren, dann die Wut und so den Mut gefunden. Sie engagiert sich für die Teilhabe von mehrgewichtigen Menschen und macht das Potential sichtbar, das eine Gesellschaft liegen lässt, die alles in ein Korsett pressen will.

„Dick“ oder „fett“ sind übrigens keine negativen Wörter für die Autorin. Sie möchte diese Begriffe aus dem Kontext von Schimpfwörtern herausholen.

Das Buch: Martina „Bobby“ Herrmann-Thurner, Fat Business, Kremayr & Scheriau 2025. ISBN: 978-3-218-01485-4

 

Mehr zum Thema Diversity für Mitarbeiter:innen
© Shutterstock / fizkes

Der „Schlumpf“: Veränderung als Verlust

Es gibt immer Menschen, die prinzipiell dagegen sind. Nennen wir sie Schlumpf. Und sehen wir genauer hin, wie sie ticken.
frau im büro, psychisch belastet
© pexels-Kampus Production

Psychische Belastung bei Frauen „normal“

Eine psychische Belastung ist offenbar kein Ausnahmezustand mehr, sondern Alltagsbegleiter für viele Frauen. Fast jede zweite Österreicherin fühlt sich stark psychisch belastet. Das zeigt eine aktuelle Umfrage.
© Martin Hoermandinger

Austra Zeneca: respektvolles Miteinander

Ein integratives und gleichberechtigtes Arbeitsumfeld zu schaffen, ist klares Ziel beim Pharmaunternehmen AstraZeneca. Diversity Guide hat mit Mitarbeitenden über Progamme und Möglichkeiten gesprochen und lässt diese Stimmen zu Wort kommen.
  • Über uns
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Mediadaten
Hier geht es zur aktuellen Ausgabe