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Diversity Good-Practice
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Inclusive-IT: Menschen mit Behinderungen bei WienIT

„Diu vil beste schar, diu ich ie vant“ – wie Inklusion und Diversity die Teams bei WienIT, dem zentralen IT- und Business-Partner der Wiener Stadtwerke-Gruppe, bereichern.
© WienIT
Patrick Seidl (1. Reihe, 1.v.l.) mit seinem Team bei WienIT

Wenn die Welt am 3. Dezember zum 32. Mal den „Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen“ begeht, ist eines klar: In Österreich gibt es noch viel zu tun, um die Inklusion dieser Menschen voranzutreiben. Auch und vor allem in der Wirtschaft, wo Unternehmen noch immer das Potenzial von divers zusammengesetzten Teams unterschätzen. Ein Potenzial, das man bei WienIT zu heben weiß.

Patrick Seidl ist überzeugt: „Heterogen zusammengesetzte Teams sind ein echter Erfolgsfaktor. Je mehr verschiedene Charaktere in einem IT-Team arbeiten, desto besser.“ Patrick weiß, wovon er spricht. Als Gruppenleiter für ITSM Change, Request und Configuration Management bei WienIT, dem zentralen IT- und Business-Partner der Wiener Stadtwerke-Gruppe, ist ihm eine möglichst diverse Zusammensetzung seines Teams besonders wichtig. „Bei meinem früheren Arbeitgeber haben wir vor allem ITler gesucht, das ist bei WienIT ganz anders.“ In Patricks Team finden sich unterschiedliche Nationalitäten, Quereinsteiger:innen und Mitarbeiter:innen, die schon seit 40 Jahren in der IT arbeiten. Letztere bringen eine immense Erfahrung mit, die er nicht missen möchte, wie Patrick meint.

Quereinsteigerin in der IT

Jüngster Neuzugang ist Denise Firlinger, die zuerst im Rahmen des Projekts Inclusive-IT zu WienIT gestoßen ist, dann aus dem Projekt übernommen wurde und seit Anfang September fixer Bestandteil des Teams ist. Innerhalb des Service-Teams ist sie für die Konfiguration, Verknüpfungen sowie die Dokumentation der Applikationen in den Datenbanken zuständig – „eine immens wichtige Tätigkeit, weil wir dadurch erst feststellen können, wo wir im Fall von Problemen ansetzen müssen, um eine Lösung zu finden“, sagt Patrick Seidl.

Denise ist, wenn man so will, auch so etwas wie eine Quereinsteigerin. Galt ihre ursprüngliche Leidenschaft doch der Germanistik, was dazu führte, dass sie nicht nur mehrere Bücher verfasst hat, sondern auch gute Kenntnisse in Mittelhochdeutsch für sich in Anspruch nehmen kann. Ihre zweite große Leidenschaft, die sie schon seit der frühesten Jugend begleitet, ist die IT, die nunmehr ihr berufliches Betätigungsfeld geworden ist.

Patrick schätzt an ihr besonders ihre ausgeprägten analytischen Fähigkeiten: „Zahlen, Daten, Fakten – mit ihrem Wissen überrascht sie uns jedes Mal aufs Neue. Als ich jüngst in einem Team-Meeting die Frage gestellt habe, wie viele Datenbanken denn schon bearbeitet seien, antwortete ein Kollege mit ‚sechs- bis siebenhundert‘. ‚738‘ schoss es aus Denise heraus.“

Inclusive-IT als Möglichmacher

Apropos Inclusive-IT: Zielsetzung des Projekts Inclusive-IT ist es, formal geringer qualifizierte Personen mit Behinderungen oder einer psychischen Erkrankung eine international anerkannte und überbetrieblich verwertbare IT-Zertifizierung zu ermöglichen und damit eine fachspezifische Höherqualifizierung zu erreichen. Im Idealfall werden die Projektteilnehmer:innen, wie Denise bei WienIT, direkt ins Unternehmen übernommen. Das Projekt Inclusive-IT geht heuer bzw. 2026 in die nächste Runde, wobei bereits jetzt fix ist, dass auch WienIT wieder teilnehmen wird.

Zurück zu Patricks Team bei WienIT bzw. zum Teamgeist: Auf die Frage, wie wichtig Spaß in der Arbeit sei, antwortet er: „Spaß ist essenziell, nicht nur deshalb, weil man lieber zur Arbeit kommt. Er fördert auch den Zusammenhalt in einem Team.“ Zudem sei ihr Feld, die IT, ja manchmal ziemlich trocken, weshalb eine Auflockerung wichtig ist. Auch Afterwork-Events, an denen jede:r freiwillig teilnehmen kann, tragen dazu bei, den Teamgeist zu heben.

Übrigens: Inklusion und Diversity schlagen sich beim Unternehmen WienIT, das Menschen aus 25 Nationen beschäftigt, nicht nur in den Teams nieder. Auch nach außen hin achtet man besonders auf das Thema Barrierefreiheit. So wurden heuer zwei von WienIT entwickelte bzw.
mitentwickelte Portale mit dem WACA-Zertifikat in Gold ausgezeichnet. WACA steht für Web Accessibility Certificate, ein Qualitätssiegel für Barrierefreiheit im Internet, das Webseiten und Anwendungen nach internationalen Richtlinien zertifiziert, wobei Gold die höchste erreichbare Zertifizierung ist.

Mutig sein

Was Patrick Unternehmen rät, die ebenfalls die Inklusion im eigenen Unternehmen vorantreiben wollen und daran denken, Menschen mit Behinderung einzustellen? „Mutig sein.” Natürlich komme es auf die Art der Behinderung an, meint er. Man müsse aber auf alle Fälle auf die jeweilige Person eingehen, sich Zeit nehmen und auch im Team Aufklärungsarbeit leisten. Und manchmal sei es auch notwendig, organisatorische Anpassungen vorzunehmen. Am Ende zahle es sich aber aus, weil die Verschiedenheit der Menschen für jedes Team eine Bereicherung ist.

Apropos Team – in einem ORF-Interview zum Thema Inclusive-IT meinte Denise, sie arbeite im ziemlich besten Team – oder auf Mittelhochdeutsch ausgedrückt: „Diu vil beste schar, diu ich ie vant”.

 

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