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Diversity Good-Practice
Job

Zero Project stärkt den Arbeitsmarkt Niederösterreich

Der Zero Project Unternehmensdialog wurde 2017 von der Essl Foundation in Österreich initiiert und dient seither als Beschäftigungsplattform zwischen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft. Drei Best-Practice-Beispiele standen im Fokus.
Text: Michael Strausz
Podium des Unternehmensdialogs in Krems

Arbeit als Menschenrecht, Chance und Unternehmensmotor

Heuer fand am 1. Dezember 2025  in der Straßenmeisterei Krems der alljährliche Zero Project Unternehmensdialog statt. Das Format bringt Unternehmen, politische Entscheidungsträger, und Menschen mit Behinderung in einen direkten Dialog, um Vorbehalte abzubauen und erfolgreiche inklusive Beschäftigungsmodelle vorzustellen.

Keynote-Speaker Andreas Onea, Österreichs erfolgreichster Para-Schwimmer und langjähriger Unterstützer des Zero Project, machte die Bedeutung einer inklusiven Arbeitswelt mit eindrucksvoller Klarheit sichtbar: „Arbeit ist ein Menschenrecht. Es geht nicht darum, ob jemand eine Behinderung hat, sondern ob Strukturen fair und barrierefrei gestaltet sind. Wenn Zugänge passen, zeigen Menschen mit Behinderungen im Job die gleiche Leistung, Motivation und Innovationskraft wie alle anderen – oft ergänzt durch besondere Resilienz und Problemlösungskompetenz, die Teams und Unternehmen stärken.“ Mit seiner Keynote spannte
Onea den Bogen zu jenen Betrieben, die im Arbeitsalltag beweisen, dass Inklusion Innovation fördert und die Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen stärkt.

Ausgezeichnete Betriebe

Bei der diesjährigen Veranstaltung standen drei Best-Practice-Beispiele im Fokus: „Brantner green solutions„, www.donau-uni.ac.at sowie das Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) St. Pölten. Sie zeigten mit Videobeiträgen, wie Inklusion Produktivität, Kultur und Teamzusammenhalt verbessern kann.

Brantner Green Solutions zählt zu den führenden Unternehmen in der Abfallwirtschaft und wurde 2025 mit dem ALC Inklusionspreis (Austria’s Leading Companies) für sein Engagement im barrierefreien Recruiting und Aufbau inklusiver Teams ausgezeichnet. Im Unternehmen sind neun Personen mit Behinderungen in zentralen operativen Bereichen tätig – darunter Disposition, Abfallmanagement, Administration und Recyclinglogistik. Das Unternehmen agiert als regionales Benchmark und inspiriert andere Betriebe, inklusives Recruiting auch in Logistik-und Prozessberufen zu etablieren.

An der Universität für Weiterbildung Krems genießt inklusive Beschäftigung im HR und Recruiting einen hohen strategischen Stellenwert: Der inklusive Zugang zu Talenten wurde durch ein strukturiertes meet-&-match Recruiting gemeinsam mit dem Key Account Manager des NEBA Betriebsservice NÖ, Maximilian Sabo-Brandl, BA, erweitert. Dadurch konnten drei Personen mit Behinderungen im Facility-Management erfolgreich integriert werden.

Das Pflege- und Betreuungszentrum (PBZ) St. Pölten beschäftigt mehrere Menschen mit Behinderungen in Alltagsberufen – darunter Küchenhilfe, Stationsassistenz und Hausarbeit. Besonders die Teamarbeit in Küche und Stationssupport zeigt, wie Inklusion die Betriebskultur stärkt: Mitarbeiter:innen bringen sich nicht nur fachlich, sondern auch auf persönlicher Ebene motiviert ein. Die hohe Identifikation mit dem Arbeitsplatz, etwa symbolisiert durch kreative Logo-Initiativen im privaten Umfeld und ehrenamtliches Engagement, sind Beweis dafür, dass Inklusion hier weit über klassische Beschäftigung hinaus gelebt wird.

Umsetzungspartner MAG Menschen und Arbeit GmbH

Niederösterreich setzt in der Arbeitsmarktintegration auf einen gemeinnützigen, praxisorientierten Ansatz. Die MAG Menschen und Arbeit GmbH ist dabei ein zentraler Umsetzungspartner des Landes, etwa mit den Programmen 0>Handicap, 0>Handicap Qualifizierung und Saisonstart. Durch diese werden Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt unterstützt. Die Organisation gestaltet Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt über gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung, begleitet Unternehmen laufend fachlich und reduziert organisatorische Hürden.

MAG-Geschäftsführer Robert Lagler: „Wir schaffen klare Abläufe, bereiten Jobwechsel vor und begleiten sie. Das reduziert Risiken und stärkt Entscheidungen.“

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