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Diversity Good-Practice

„Unspeakable Worlds“ bei 2. Klima Biennale Wien

Die zweite Ausgabe des spartenübergreifenden Festivals präsentiert von 9. April bis 10. Mai 2026 unter dem Motto: "Unspeakable Worlds" (Unaussprechliche Welten) ein vielfältiges Programm an der Schnittstelle von Kunst, Klima und Gesellschaft.
Text: Michael Strausz
© Michael Strausz
Klima Biennal Wien Initiator Christoph Thun-Hohenstein

Das Motto verweist auf die Komplexität gegenwärtiger Realitäten, die mit Sprache nicht erfassbar sind. Ein besonderer Fokus liegt im öffentlichen Raum, mit einer Verdichtung des Festivalgeschehens auf dem Karlsplatz. Dort finden einen Monat lang künstlerische Positionen, Aktivierungen und Veranstaltungen statt. Neben der Festivalzentrale im KunstHausWien beteiligen sich mehr als 50 Partner:inneninstitutionen mit Programmpunkten in der ganzen Stadt. Die Klima Biennale Wien wurde von der Stadt Wien initiiert und wird vom KunstHausWien, einem Museum der Wien Holding, veranstaltet. Das Gesamtbudget beträgt rund 1,5 Mio. Euro.

Zwei Ausstellungen in der Biennale-Zentrale des KunstHausWien

Das KunstHausWien zeigt im Rahmen des Festivals zwei Ausstellungen: „Seeds. Reclaiming Roots, Sowing Futures“ widmet sich den vielschichtigen Bedeutungen von Samen und Saatgut als Spiegel unseres Verhältnisses zur Erde und zueinander. Weit über ihre biologische Funktion hinaus, tragen Samen regionales Wissen und kulturelles Erbe in sich. Für die vierzehn Künstler:innen der Gruppenausstellung ist Saatgut der Ausgangspunkt für Arbeiten zu Migration und Kolonialismus, indigenem Wissen und Biodiversität, ebenso wie zu Widerstand, solidarischer Praxis und regenerativen Zukünften.

Im Projektraum Garage zeigt das Kollektiv The Institute of Queer Ecology die ortsspezifische Ausstellung „I Wish We Had More Time“. Beiträge aus Kunst, Musik, Literatur und Wissenschaft thematisieren die vielfältigen Bedeutungen von Verlust anhand dreier Erzählstränge: Gestörte Symbiosen in der Natur und der Wandel artenübergreifender Beziehungen infolge von Klimaveränderungen, Brüche queerer Geschichte und Erzähltraditionen, die durch gesellschaftliche Krisen wie die AIDS-Epidemie verursacht wurden, und zwischenmenschliche Verluste – verpasste Begegnungen und Liebeskummer.

Gerlinde Riedl, Direktorin des KunstHausWien: „Dass die Klima Biennale Wien vom KunstHausWien ausgeht, ist kein Zufall. Als erstes grünes Museum begreifen wir Nachhaltigkeit als Haltung – in den Inhalten wie in den Räumen, die wir öffnen. Das Festival entsteht aus Zusammenarbeit und der Überzeugung, dass Zukunft gemeinsam gestaltet werden muss. Es lädt dazu ein, zeitgenössische Kunst niederschwellig und inklusiv zu erleben und neue Perspektiven zu entdecken. Denn Veränderung beginnt dort, wo wir bereit sind, hinzusehen. Wir freuen uns, die Klima Biennale Wien 2026 erneut ausrichten zu dürfen!“

Kunst im Öffentlichen Raum

Die Wirtschaftsagentur Wien präsentiert gemeinsam mit der Klima Biennale Wien konkrete Alternativen zur Nutzung des öffentlichen Raums. Zehn geförderte Projekte aus dem Wettbewerb Creatives for Vienna – Making Spaces der Wirtschaftsagentur setzen Stadtraumprojekte um, die Freiräume im Grätzl aufwerten, Nachbarschaft stärken und Wien ökologisch wie gesellschaftlich weiterdenken – vom neu konzipierten Wiener Würstelstand bis zum urbanen Golfplatz auf dem Gelände des ehemaligen Nordwestbahnhofs.

„Die Biennale ist ein Festival des Miteinander von Menschen und Institutionen eines breit gefächerten Spektrums der Gesellschaft. Sie wirkt verstärkt in den öffentlichen Raum hinein und ermöglicht damit Teilhabe, indem Menschen direkt und unmittelbar erreicht werden“, sagt Christoph Thun-Hohenstein, Initiator der Klima Biennale.

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