Volle Integration von Diabetikern

Warum hat dieses Thema hohe Relevanz?
Die rund 800.000 Diabetiker:innen in Österreich berichten, dass sie sich mit Unsicherheiten, Fehlzeiten oder mangelnder Unterstützung konfrontiert sehen – im privaten wie im beruflichen Alltag. Die Österreichische Diabetes Gesellschaft (ÖDG) macht darauf aufmerksam, dass berufliche Inklusion, psychosoziale Betreuung und Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz entscheidende Faktoren sind, damit Menschen mit Diabetes ein selbstbestimmtes, gesundes Leben führen können.
Priv.-Doz. Dr. Gersina Rega-Kaun, erste Sekretärin der ÖDG erläutert: „Beim Weltdiabetestag 2025 geht es darum, die Arbeitswelt als relevanten Lebensbereich stärker in den Blick zu nehmen: 589 Mio. Menschen (rund 11% der Weltbevölkerung) mit Diabetes stehen täglich vor Herausforderungen am Arbeitsplatz – von Vorurteilen und Diskriminierung bis hin zu psychischen Belastungen“.
Diabetes in der Arbeitswelt:
Wichtige Eckdaten:
- Rund 70 Prozent der Menschen mit Diabetes sind im erwerbsfähigen Alter.
- Etwa 75 Prozent der Betroffenen berichten, im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung Angstzustände, Depressionen oder ähnliche psychische Belastungen erlebt zu haben.
- Und 80 Prozent der Diabetiker geben an, bereits einen Zustand der „diabetischen Erschöpfung“ („burn-out“) erlebt zu haben.
Appell und Handlungsempfehlung
Im Namen der Österreichischen Diabetes Gesellschaft appelliert Rega-Kaun deshalb an Arbeitgeber:innen, Personalverantwortliche, Betriebsärzt:innen sowie politische Entscheidungstragende:
- „Schaffen Sie Arbeitsbedingungen, die Menschen mit Diabetes ermöglichen, ihre Erkrankung gut zu managen (z. B. flexible Pausen, Privatsphäre für Insulingabe, Information und Sensibilisierung im Kollegium).“
- „Fördern Sie das Wohlbefinden am Arbeitsplatz durch gesundheitsfördernde Angebote, psychosoziale Unterstützung und eine inklusive Unternehmenskultur.“
- „Erhöhen Sie die Aufmerksamkeit dafür, dass Diabetes nicht nur eine individuelle gesundheitliche Herausforderung, sondern ein gesellschaftliches Thema ist, das am Arbeitsplatz zentrale Bedeutung hat.“
Derzeit werden im Rahmen einer Zusammenarbeit des Bundesministeriums mit Expert:innen die multiprofessionellen Versorgungsstrukturen für Menschen mit Diabetes mellitus Typ 2 diskutiert und Maßnahmen entwickelt, um eine koordinierte und qualitätsgesicherte Betreuung sicherzustellen.



