Vielfalt in der Schule

Astrid: Wenn wir daran denken, dass Klassenzimmer in Wien – unterschiedlich je nach Bezirk und Schulstufe – aber auch in anderen Städten sehr heterogen sind, oder anders gesagt, sehr viele Kinder zu Hause nicht Deutsch sprechen: Wie können wir dafür sorgen, dass Direktor:innen und Lehrkräfte trotz der Herausforderungen, diese Vielfalt in der Schule, die Perspektiven und Sprachen auch für gemeinsames Erleben und miteinander Wachsen nützen?
ChatGPT: Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt in der Schule sind Herausforderung wie auch Chance. Entscheidend ist, dass Schulen und Lehrkräfte diese Vielfalt nicht nur als Defizit (fehlendes Deutsch) betrachten, sondern als Ressource für Lernen, Perspektivenwechsel und soziale Entwicklung.
Ansätze aus Praxis und Forschung
Deutsch sollte als Werkzeug des Lernens[1] verstanden werden – gefördert, ohne andere Sprachen abzuwerten. Wenn Mehrsprachigkeit im Unterricht sichtbar wird, stärkt das Zugehörigkeit und Motivation. Kooperative Lernformen[2] wie Tandems oder Gruppenarbeiten ermöglichen, dass Kinder voneinander lernen und unterschiedliche Perspektiven wertgeschätzt werden. Direktor:innen prägen diese Haltung der Schule[3]: Unterstützen sie Vielfalt bewusst, entsteht ein Klima des gegenseitigen Respekts und der Offenheit. Flexible Lerninhalte[4], die an die Lebenswelten der Schüler:innen anknüpfen, verbinden Sprachförderung mit Identitätsbildung. Ergänzend braucht es kontinuierliche Fortbildung[5], die Lehrkräfte in Reflexion und im Umgang mit unbewussten Vorannahmen stärkt.
Es geht um eine Balance zwischen Sprachförderung und Anerkennung der Vielfalt, kombiniert mit systematischer Unterstützung auf Schul- und Bildungspolitik-Ebene.
Astrid: Lass uns ein paar konkrete Formate skizzieren: Zielgruppe sind in erster Linie Lehrkräfte mit ihren Direktor:innen, Schüler:innen mit ihren Eltern.
ChatGPT: Wunderbar. Von der Schule als Mikrokosmos zur Gesellschaft als Resonanzraum können wir Formate entwickeln, die Begegnung, Reflexion und gemeinsame Verantwortung fördern. Starten wir mit dem Fokus auf die schulische Umgebung, um Brücken zwischen unterschiedlichen Gruppen zu schlagen.
- „Sprache(n) teilen“ – Mehrsprachigkeits-Projektwoche: Schüler:innen gestalten gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrkräften eine Woche rund um Sprachen und kulturelle Ausdrucksformen.
Projekte nach dem Vorbild „Sprachenfest“ des Vereins Education Highway (OÖ) oder Sprachenkarussell in Wiener Schulen. - „Meine Geschichte, deine Geschichte“ – Storytelling-Projekt: Schüler:innen (und Lehrkräfte) erzählen persönliche Herkunfts- oder Familiengeschichten – schriftlich, künstlerisch oder digital. Dieses Format kann mit Geschichtsunterricht, Deutsch oder Religion verknüpft werden.
- Fortbildungsreihe „Vielfalt führen“ für Direktor:innen und Pädagog:innen: Reflexion über Haltung, Sprache, Erwartungen. Schwerpunkt: interkulturelle Kommunikation, unbewusste Bias, Gender- und Religionssensibilität. Praxisorientiertes Format mit Fallbeispielen aus dem Schulalltag.
Kooperation mit Organisationen wie ZARA, Verein EfEU, ARGE Diversität Pädagogische Hochschule Wien. - „Erzähl mir deine Stadt“ – Stadtteilprojekte: Kinder und Jugendliche interviewen Menschen aus ihrer Nachbarschaft über Herkunft, Sprache, Beruf, Glaube, Träume.
Ergebnisse als Audio-/Videoausstellung in der Schule oder im Grätzelzentrum.
Wien Museum – Stadtmenschen erzählen oder Radio Orange Bildungsprojekte. - „Alltagskompetenz Vielfalt“ – Medienkampagne + Begleitworkshops: Kurze Videos mit Alltagsszenen (Supermarkt, Spielplatz, Schule), in denen Missverständnisse und Vorurteile humorvoll thematisiert werden.
Begleitend: lokale Dialogabende oder Schulworkshops, um die Szenen zu reflektieren.
Formate im schulischen Umfeld
- „Sprache(n) teilen“ – Mehrsprachigkeits-Projektwoche: Schüler:innen gestalten gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrkräften eine Woche rund um Sprachen und kulturelle Ausdrucksformen.
Inhalte: kleine Sprach-Workshops, Märchen in verschiedenen Sprachen, gemeinsames Kochen, Musik oder Theater.
Wirkung: Sprachenvielfalt wird als Schatz sichtbar; Eltern, die sonst unsichtbar bleiben, werden aktiv eingebunden.Beispiel: Projekte nach dem Vorbild „Sprachenfest“ des Vereins Education Highway (OÖ) oder Sprachenkarussell in Wiener Schulen. - „Eltern im Dialog“ – moderierte Gesprächsrunden: Monatliche Treffen mit Dolmetsch-Unterstützung, moderiert von jemandem mit Diversity-Kompetenz.
Themen: Bildungssystem, Erwartungen, Erziehung, Wertefragen – aber in beidseitiger Perspektive.
Ziel: gegenseitiges Verstehen, Abbau von Misstrauen, gemeinsame Verantwortung für die Kinder.
Besonders wirksam, wenn der:die Direktor:in und Lehrkräfte sichtbar teilnehmen, nicht nur zuhören. - „Meine Geschichte, deine Geschichte“ – Storytelling-Projekt: Schüler:innen (und Lehrkräfte) erzählen persönliche Herkunfts- oder Familiengeschichten – schriftlich, künstlerisch oder digital. Dieses Format kann mit Geschichtsunterricht, Deutsch oder Religion verknüpft werden.
Ergebnis: Gemeinsamkeit im Unterschied sichtbar machen, Empathie fördern.
Literaturbezug: Banks, J.A. (2015). Cultural Diversity and Education. - Fortbildungsreihe „Vielfalt führen“ für Direktor:innen und Pädagog:innen: Reflexion über Haltung, Sprache, Erwartungen.
Schwerpunkt: interkulturelle Kommunikation, unbewusste Bias, Gender- und Religionssensibilität. Praxisorientiertes Format mit Fallbeispielen aus dem Schulalltag.
Kooperation mit Organisationen wie ZARA, Verein EfEU, ARGE Diversität Pädagogische Hochschule Wien
Gesellschaftliche Formate & Dialogräume
- „Marktplatz der Kulturen“ – Begegnung durch Handeln: Ein gemeinsamer Wochenmarkt, Nachbarschaftsfest oder Tauschmarkt, organisiert von Schule, Gemeinde oder Vereinen.
Ziel: Menschen begegnen sich über Essen, Musik oder Handwerk – niederschwellig, ohne politische Agenda.
Beispiel: „Wir sind Favoriten“-Initiative, Wien 10. Bezirk - „Tandem Wien“ – Begegnung durch gemeinsames Tun: Freiwillige Initiativen, die Menschen unterschiedlicher Herkunft in Tandems bringen (z. B. gemeinsames Kochen, Gartenarbeit, Spaziergänge, Museumsbesuche).
Wirksam, weil so die Beziehung vor der Meinung kommt – Vertrauen baut Vorurteile ab.
Vorbild: Tandem Salzburg, NACHBARINNEN in Wien, Fremde werden Freunde - „Café der Perspektiven“ – moderierter Dialograum: Offene Gesprächsabende, bei denen Themen wie Religion, Gleichberechtigung oder Zusammenleben behandelt werden.
Format: 3–4 Impulsgeber:innen (z. B. Lehrkraft, Elternteil, Jugendlicher, Religionsvertreter:in) und moderierte Tischgespräche.
Rahmen: respektvoll, nicht missionarisch. Wichtig: Moderation mit Diversity-Kompetenz. - „Erzähl mir dein Wien“ – Stadtteilprojekte: Kinder und Jugendliche interviewen Menschen aus ihrer Nachbarschaft über Herkunft, Sprache, Beruf, Glaube, Träume.
Ergebnisse werden als Audio-/Videoausstellung in der Schule oder im Grätzelzentrum gezeigt.
Beispiel: Wien Museum – Stadtmenschen erzählen oder Radio Orange Bildungsprojekte. - „Religion im Gespräch“ – Begegnung über Glaubensgrenzen: Workshops zwischen Schüler:innen oder Eltern unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten, moderiert von Expert:innen der interreligiösen Bildung.
Fokus: Was verbindet uns? Wo unterscheiden wir uns – und wie gehen wir respektvoll damit um?
Partnerorganisationen: Haus der Religionen Wien, Plattform Christen und Muslime, Jüdisches Museum Wien - „Alltagskompetenz Vielfalt“ – Medienkampagne + Begleitworkshops: Kurze Videos mit Alltagsszenen (Supermarkt, Spielplatz, Schule), in denen Missverständnisse und Vorurteile humorvoll thematisiert werden.
Begleitend: lokale Dialogabende oder Schulworkshops, um die Szenen zu reflektieren.
Ziel: Empathie und Perspektivenwechsel in breiten Bevölkerungsschichten.
Lest weiter was passiert, wenn der „Schlumpf“ beginnt mitzureden.
[1] Deutsch als Werkzeug des Lernens Gogolin, I. (2008). Der monolinguale Habitus der multilingualen Schule. Münster: Waxmann; Cummins, J. (2000). Language, Power and Pedagogy: Bilingual Children in the Crossfire. Clevedon: Multilingual Matters.
[2] Kooperative Lernformen Johnson, D. W., Johnson, R. T. (2009). An Educational Psychology Success Story: Social Interdependence Theory and Cooperative Learning. Educational Researcher, 38(5), 365–379; Krumm, H.-J. & Reich, H. H. (Hrsg.) (2013). Sprachbildung und Mehrsprachigkeit: Ein Curriculum zur Qualifizierung von Lehrkräften. Münster: Waxmann.
[3] Direktor:innen prägen die Haltung der Schule: Allemann-Ghionda, C. (2013). Lehrkräfte für die Schule der Vielfalt. Münster: Waxmann; OECD (2019). Education Policy Outlook: Austria. Paris: OECD Publishing.
[4] Flexible Lerninhalte Nieto, S. (2010). The Light in Their Eyes: Creating Multicultural Learning Communities. New York: Teachers College Press; Krüger-Potratz, M. (2015). Interkulturelle Pädagogik und Bildung in der Migrationsgesellschaft. Paderborn: Ferdinand Schöningh.
[5] kontinuierliche Fortbildung Mecheril, P., Castro Varela, M. do M., Dirim, İ., Kalpaka, A., & Melter, C. (2010). Migrationspädagogik. Weinheim: Beltz Juventa; Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) (2021). Strategie Bildung für nachhaltige Entwicklung und globales Lernen – Schwerpunkt Diversität und Inklusion. Wien.


