Wien in drei Gebärdensprachen-Videos barrierefrei erleben

Unterschiedliche Sprachen
Gebärdensprache ist keine einheitliche und allgemeingültige Sprache, sondern zahlreiche – teils regionale – Gebärdensprachen, die sich in Grammatik, Vokabular und Ausdrucksformen wesentlich von gesprochener Sprache, aber auch untereinander unterscheiden. Für dieses Projekt wurde in einem ersten Schritt die Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), Deutsche Gebärdensprache (DGS) und Internationale Gebärdensprache (IGS) gewählt. IGS wird insbesondere im touristischen Umfeld eingesetzt und daher sind gehörlose Reisende damit zunehmend vertraut. Die Videos erscheinen auf den digitalen Kanälen des WienTourismus und in der Tourist-Info am Albertinaplatz. Sie bieten Informationen zu barrierefreien Angeboten, Führungen und Services sowie inspirierende Einblicke in die Wiener Museumslandschaft.
Barrierefreie Tourismuskommunikation
Das Gebärdensprachenprojekt verbindet Kultur, Inklusion und Innovation. Ziel der neuen Gebärdensprachenvideos ist es, kulturelle Angebote Wiens für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen national und international zugänglich zu machen, um damit die Teilnahme am Kulturleben zu ermöglichen. So setzen beispielsweise Museen nicht nur bauliche Maßnahmen, die über das gesetzliche Mindestmaß an Barrierefreiheit hinausgehen, sondern haben regelmäßige barrierefreie Führungsangebote und bieten Museumserlebnisse für Menschen mit Behinderung. Ziel der neuen Gebärdensprachenvideos ist es, möglichst viele kulturelle Angebote Wiens für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen national und international zugänglich zu machen.
Kunsthistorisches Museum als Drehort
Gedreht wurden die Videos im Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) – einem der bedeutendsten Museen der Welt. Die Videos wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Verband der Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen für Gebärdensprache realisiert. Inhaltlich führt das Video durch Wien und beschreibt die barrierefreien Angebote in der Stadt und der Wiener Museen, Serviceleistungen und digitale Tools (z. B. die City Guide App ivie oder die Vienna City Card). Bei der Produktion standen Authentizität und Verständlichkeit im Mittelpunkt. Zudem wurde auf eine natürliche Lichtführung und ruhige Kameraarbeit geachtet, um die Gebärden optimal sichtbar zu machen.
Ergänzt werden die Videos, die Wien als attraktives, inklusives und zugängliches Reiseziel präsentieren, durch Social-Media-Formate mit authentischen Perspektiven: Rollstuhltennisspieler Nico Langmann beispielsweise erkundet Wien aus seiner Sicht. Auch Pawel Masarczyk, eine blinde Person, wird auf seinem Weg durch Wien begleitet.
Wien in touristischer Vorreiterrolle
Wien leistet im internationalen Vergleich einen herausragenden Beitrag. Wiens Vorreiterrolle wurde in Sachen Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen 2025 mit dem Access City Award ausgezeichnet. Die Strategie „Inklusives Wien 2030“ setzt die UN-Behindertenrechtskonvention lokal um – mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen gleichberechtigt einzubeziehen. Der Tourismus spielt dabei eine Schlüsselrolle: Mit dem Aktionsprogramm „Barrierefreiheit“ unterstützt der WienTourismus die Umsetzung dieser Strategie. Aber auch die Wiener Infrastruktur wird laufend verbessert: Die Tourist-Infos des WienTourismus am Albertinaplatz und am Flughafen Wien wurden mit induktiven Höranlagen ausgestattet, in der Innenstadt stehen zusätzlich tastbare Stadtpläne zur Verfügung. Ein weiterer Meilenstein: Die Website des WienTourismus wurde mit dem Web Accessibility Certificate Austria (WACA) ausgezeichnet – einem Qualitätssiegel, das in Österreich nur jede fünfzigste Unternehmenswebsite trägt.
Barrierefreies Wien in Zahlen:
- 100% der U-Bahnstationen barrierefrei begehbar (ausgenommen baulich bedingte Einschränkungen)
- 95 % der Straßenbahn- und Bushaltestellen barrierefrei zugänglich
- 80% der Ampeln mit Akustikkennung für Menschen mit Sehbehinderung
- *Seit 1991: Barrierefreies Planen und Bauen gesetzlich verankert
- 1. Platz Access City Award 2025
- 2026: Gastgeberstadt der National Special Olympics


