• Diversity Management
  • Good Practice
  • People
  • Service
  • Balance
  • Diversity Voices
Diversity Balance

Wien barrierefrei erleben

In Wien werden viele Sprachen gesprochen – Gebärdensprache in unterschiedlichen Ausprägungen ist eine davon: In einem richtungsweisenden Projekt sind drei barrierefreie Videos in Deutscher, Österreichischer und Internationaler Gebärdensprache entstanden.
Text: Michael Strausz
© WienTourismus/Thomas Scharf

Unterschiedliche Sprachen

Gebärdensprache ist keine einheitliche und allgemeingültige Sprache, sondern zahlreiche – teils regionale – Gebärdensprachen, die sich in Grammatik, Vokabular und Ausdrucksformen wesentlich von gesprochener Sprache, aber auch untereinander unterscheiden. Für dieses Projekt wurde in einem ersten Schritt die  Österreichische Gebärdensprache (ÖGS), Deutsche Gebärdensprache (DGS) und  Internationale Gebärdensprache (IGS) gewählt. IGS wird insbesondere im touristischen Umfeld eingesetzt und daher sind gehörlose Reisende damit zunehmend vertraut. Die Videos erscheinen auf den digitalen Kanälen des WienTourismus und in der Tourist-Info am Albertinaplatz. Sie bieten Informationen zu barrierefreien Angeboten, Führungen und Services sowie inspirierende Einblicke in die Wiener Museumslandschaft.

Barrierefreie Tourismuskommunikation

Das Gebärdensprachenprojekt verbindet Kultur, Inklusion und  Innovation. Ziel der neuen Gebärdensprachenvideos ist es, kulturelle Angebote Wiens für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen national und international zugänglich zu machen, um damit die Teilnahme am Kulturleben zu ermöglichen. So setzen beispielsweise Museen nicht nur bauliche Maßnahmen, die über das gesetzliche Mindestmaß an Barrierefreiheit hinausgehen, sondern haben regelmäßige barrierefreie Führungsangebote und bieten Museumserlebnisse für Menschen mit Behinderung. Ziel der neuen Gebärdensprachenvideos ist es, möglichst viele kulturelle Angebote Wiens für gehörlose und hörbeeinträchtigte Menschen national und international zugänglich zu machen.

Kunsthistorisches Museum als Drehort

Gedreht wurden die Videos im Kunsthistorischen Museum Wien (KHM) – einem der bedeutendsten Museen der Welt. Die Videos wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Verband der Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen für Gebärdensprache realisiert. Inhaltlich führt das Video durch Wien und beschreibt die barrierefreien Angebote in der Stadt und der Wiener Museen, Serviceleistungen und digitale Tools (z. B. die City Guide App ivie oder die Vienna City Card). Bei der Produktion standen Authentizität und Verständlichkeit im Mittelpunkt. Zudem wurde auf eine natürliche Lichtführung und ruhige Kameraarbeit geachtet, um die Gebärden optimal sichtbar zu machen.

Ergänzt werden die Videos, die Wien als attraktives, inklusives und zugängliches Reiseziel präsentieren, durch Social-Media-Formate mit authentischen Perspektiven: Rollstuhltennisspieler Nico Langmann beispielsweise erkundet Wien aus seiner Sicht. Auch Pawel Masarczyk, eine blinde Person, wird auf seinem Weg durch Wien begleitet.

Wien in touristischer Vorreiterrolle

Wien leistet im internationalen Vergleich einen herausragenden Beitrag. Wiens Vorreiterrolle wurde in Sachen Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen 2025 mit dem Access City Award ausgezeichnet. Die Strategie „Inklusives Wien 2030“ setzt die UN-Behindertenrechtskonvention lokal um – mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen gleichberechtigt einzubeziehen. Der Tourismus spielt dabei eine Schlüsselrolle: Mit dem Aktionsprogramm „Barrierefreiheit“ unterstützt der WienTourismus die Umsetzung dieser Strategie. Aber auch die Wiener Infrastruktur wird laufend verbessert: Die Tourist-Infos des WienTourismus am Albertinaplatz und am Flughafen Wien wurden mit induktiven Höranlagen ausgestattet, in der Innenstadt stehen zusätzlich tastbare Stadtpläne zur Verfügung. Ein weiterer Meilenstein: Die Website des WienTourismus wurde mit dem Web Accessibility Certificate Austria (WACA) ausgezeichnet – einem Qualitätssiegel, das in Österreich nur jede fünfzigste Unternehmenswebsite trägt.

Barrierefreies Wien in Zahlen:

  • 100% der U-Bahnstationen barrierefrei begehbar (ausgenommen baulich bedingte Einschränkungen)
  • 95 % der Straßenbahn- und Bushaltestellen barrierefrei zugänglich
  • 80% der Ampeln mit Akustikkennung für Menschen mit Sehbehinderung
  • *Seit 1991: Barrierefreies Planen und Bauen gesetzlich verankert
  • 1. Platz Access City Award 2025
  • 2026: Gastgeberstadt der National Special Olympics

 

 

 

Mehr zum Thema Diversity Balance
© Pexels/Kampus Production

Sonnenschutz: ein Muss für alle

Gerade im Sommer ist konsequenter Sonnenschutz kein Lifestyle-Thema, sondern eine Frage der Gesundheit – und zwar für alle: unabhängig von Alter, Hauttyp oder ethnischem Hintergrund. Dr. Anna-Maria Kiprov, Privatklinik Kiprov, erklärt, warum.
© Pure Encapsulations

Frauen häufig von Schlafmangel betroffen

Bei Frauen ist Schlaf eng mit Gesundheit und Leistungsfähigkeit verbunden: Fast 95 Prozent sehen darin eine gesundheitliche Notwendigkeit bzw. Voraussetzung für Leistungsfähigkeit. Andererseit ist für 54 Prozent der Frauen Müdigkeit ein Dauerzustand.
© Gert Perauer

Villa Postillion: Am See mit der Seele baumeln

Villa Postillion am Millstätter See: Urlaub am Logenplatz an einem der schönsten Seen der Alpen. Eine wohltuende Auszeit für Körper, Geist und Seele.
© Helmuth Rier

Südtirol und Vielfalt: tief durchatmen im Cyprianerhof

Südtirol und Vielfalt – das hat eine lange Tradition. Die geographische Lage, Mehrsprachigkeit und mittlerweile etwa 150 verschiedene Nationalitäten sorgen dafür. Wir waren im Land unterwegs.
  • Über uns
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Mediadaten
Hier geht es zur aktuellen Ausgabe