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Diversity Management
FrauenJob

Frauenarbeitslosigkeit steigt um sieben Prozent

Laut AMS-Arbeitsmarktdaten zeigt der Arbeitsmarkt zum 34. Mal in Folge eine negative Entwicklung. Frauen sind mit 147.437 Personen am stärksten betroffen, ebenso Arbeitnehmer:innen ab 50+. Gleichzeitig verschärft sich die Lage bei Langzeitbeschäftigungslosen (+14,1%) im Jahresvergleich weiter.
Text: Michael Strausz
© arbeit plus Wien
Unternehmen suchen verzweifelt nach Fachkräften

456.192 Arbeitslose und in Schulung Befindliche

„Diese Zahlen zeigen deutlich: Wir haben ein akutes Thema der Ausgrenzung am Arbeitsmarkt“, erklärt Sabine Rehbichler, Geschäftsführerin von arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich. „Während die Wirtschaft erste zaghafte Erholungszeichen zeigt, haben bestimmte Gruppen keinen Chance auf einen Job. 456.192 arbeitslose oder in Schulung befindliche Menschen bedeuten nicht nur Sofortkosten von vielen Millionen Euro für bspw. Arbeitslosengeld, sondern auch volkswirtschaftlich weit höhere Kosten, wenn sich die Arbeitslosigkeit verfestigt. Dabei sind noch nicht einmal die individuellen menschlichen Schicksale und die soziale Ausgrenzung die arbeitslose Menschen erfahren, noch gar nicht berücksichtigt. Kontraproduktives Sparen bei aktiver Arbeitsmarkpolitik wird uns später ein Vielfaches kosten.“

„Österreich steht vor einer mehrfachen Herausforderung“, ergänzt Manuela Vollmann, Vorstandsvorsitzende von arbeit plus. „Bis 2040 ist, trotz der schrittweisen Anhebung des Frauenpensionsalters, mit einem Rückgang der erwerbsfähigen Bevölkerung zu rechnen. Viele Unternehmen, unter anderem in der Gastronomie, in der Pflege und im Handwerk, klagen bereits seit längerem über einen Arbeitskräftemangel. Gleichzeitig steigt die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Arbeitslosen. Es braucht gezielte strukturelle Maßnahmen verbunden mit dem Ausbau aktiver Arbeitsmarktpolitik. Soziale Unternehmen machen genau das: Integration statt Verwaltung.“

Angespannter Arbeitsmarkt

Die durchschnittliche Vormerkdauer beim AMS ist auf 184 Tage gestiegen – 16 Tage länger als vor einem Jahr. Für ältere Arbeitnehmer:innen liegt sie deutlich höher, nämlich bei 259 Tagen. Und das bedeutet auch häufig schlechtere Chancen auf Wiedereinstieg: Erwiesenermaßen verringern sich diese, je länger die Arbeitslosigkeit dauert.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt konjunkturbedingt zurückhaltend. Ende Jänner 2026 waren beim AMS 68.463 sofort verfügbare offene Stellen gemeldet – um 10,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung erschwert die Wiedereingliederung insbesondere für langzeitbeschäftigungslose Menschen zusätzlich. Sinkende Vermittelbarkeit, gesundheitliche Belastungen, soziale Isolation und steigende Armutsrisiken. Dazu kommen volkswirtschaftliche Mehrkosten durch steigende Sozialleistungen und Gesundheitsausgaben einerseits, und verlorene Wirtschaftskraft andererseits. Hier müssen wir dringend gegensteuern, bevor sich diese Entwicklung weiter verschärft.

arbeit plus verlangt nach Gegensteuerung

1. Offensive für Frauen am Arbeitsmarkt: Es brauche ein grundlegendes Umdenken in der Arbeitsmarktpolitik für Frauen, die strukturell benachteiligt sind. Der wesentliche Faktor ist die ungleiche Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit. Das führt zu Arbeitslosigkeit und Teilzeitarbeit, die von der Arbeitsmarktpolitik nicht ausreichend aufgegriffen werden.

2. Altersgerechte Arbeitsmarktpolitik ausbauen: „Die  ‚Aktion 55+‚ für bis zu 6.000 Jobs  ist ein wichtiges Signal, weitere müssen folgen. Die Politik müsse Anreize für Unternehmen schaffen, ältere Menschen einzustellen – etwa durch Lohnzuschüsse mit Begleitung für Betroffene und Unternehmen etwa durch Soziale Unternehmen, Ausbildungsförderungen oder steuerliche Begünstigungen.

3. Langzeitbeschäftigungslosigkeit verhindern – nicht verwalten: Langzeitbeschäftigungslosigkeit darf nicht zum Dauerzustand werden, benötigt wird eine Aufstockung der Mittel für intensive Betreuung und Qualifizierung.  Wichtig sind Qualifizierung, intensive Betreuung, in Sozialen Unternehmen.

4. Planungssicherheit für Soziale Unternehmen „Soziale Unternehmen sind kein ‚Good-Will-Projekt‘, sondern unverzichtbare Partner für Gesellschaft, Wirtschaft und Menschen. Es gehe um gesellschaftliche Verantwortung, die sich rechnet. „Wir benötigen endlich Planungssicherheit und Anerkennung als systemrelevante Säulen der Arbeitsmarktpolitik“, so Rehbichler und Vollmann unisono.

 

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