Hälfte aller Unternehmen ohne Frauenvorstand

It´s a mans world
Die Aufsichtsräte der befragten Unternehmen sind zu 19 Prozent rein männlich besetzt. Hoffnung machen die erste und zweite Führungsebene, auf der die Geschlechterverteilung deutlich ausgeglichener ist. Immerhin sind in 52 Prozent der Unternehmen mehr als 25 Prozent der Geschäftsführer:innen weiblich. Darüber hinaus geben 49 Prozent der Befragten an, dass es ein erklärtes Unternehmensziel sei, mehr Frauen in der ersten oder zweiten Führungsebene zu positionieren. Dieses Ziel versuchen 43 Prozent der Unternehmen mit Programmen und Initiativen zur Bewusstseinsbildung zu erreichen.
Aufholbedarf verorten die Mitglieder des ZFAC bei der Themensetzung in den heimischen Aufsichtsräten: Besonders intensiv werden dort aktuell Unternehmensstrategien vorangetrieben (30,5 Prozent). 23,2 Prozent beschäftigen sich vor allem mit der Digitalisierung, 15,8 Prozent mit Standortpolitik. 10,3 Prozent der Aufsichtsrät:innen befassen sich mit ESG (Environmental, Social & Corporate Governance). Mit Diversität und Gleichstellung beschäftigen sich lediglich drei Prozent der Aufsichtsratsgremien. Gleichzeitig geben 88 Prozent der Befragten an, dass Frauen in Führungspositionen neue Themen und Sichtweisen in Diskussionen einbringen.
Homeoffice: gekommen um zu bleiben
Der Großteil der befragten Managerinnen schätzt die wirtschaftliche Situation kurzfristig als stabil ein, sieht aber langfristig Handlungsbedarf. Für 27 Prozent der Befragten ist Bürokratie das größte Risiko in der Wettbewerbsfrage. 20 Prozent sehen geopolitische Unsicherheiten und 18 Prozent den Fachkräftemangel als Hindernis beim Wachstum. Homeoffice ist in 78 Prozent der heimischen Unternehmen gelebte Praxis: durchschnittlich arbeiten in 54 Prozent der Unternehmen die Mitarbeitenden zwei Tage pro Woche remote. 40 Prozent sehen durch Homeoffice keine wesentliche Veränderung, 28 Prozent bewerten den neuen Arbeitsalltag als positiv, 27 Prozent kritisieren negative Auswirkungen auf den Austausch und das Teamgefühl.
„Obwohl fast die Hälfte der Unternehmen klare Ziele oder Initiativen zur Förderung von Frauen nennt, ist Gender-Diversität immer noch ein Randthema. Umso deutlicher ist die Wahrnehmung der Wirkung heterogener Teams. Eine überwältigende Mehrheit bestätigt, dass Frauen neue Perspektiven und Themen in Führung und Aufsicht einbringen – von Leadership-Kultur über die Art und Tiefe von Entscheidungen, mehr Dimensionen in der Analyse, kritischere Diskussionen und höhere Transparenz. Unternehmen, die unsere Zukunft verantwortungsvoll gestalten wollen, müssen Diversität als strategischen Steuerungsfaktor begreifen – nicht als freiwillige Begleiterscheinung“, sagt ZFAC-Vorstandsvorsitzende Karen Fanto.



