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Diversity Good-Practice

Umgang mit Lebensmitteln: Generationen können voneinander lernen

Eine Umfrage offenbart Lernpotential zwischen den Generationen, was den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln angeht. Ältere Befragte prüfen Lebensmittel eher anhand von Geruch, Geschmack und Aussehen, während jüngere Menschen dazu neigen, abgelaufene Lebensmittel ohne Prüfung zu entsorgen.
Text: Helene Fiegl
ältere und jüngere frau packen lebensmittel azus
© Too Good To Go
Insbesondere der Umgang mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum ist bei älteren und jüngeren Menschen ganz unterschiedlich. Doch indesthaltbar heißt nicht automatisch verdorben, unterstreicht Too Good To Go.

Laut einer aktuellen Erhebung stimmen rund zwei Drittel der Befragten überein, dass Generationen – was den nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln betrifft – voneinander lernen können. „Dass sich die verschiedenen Generationen in Österreich hier so einig sind, ist bemerkenswert“, sagt Foodtrend-Forscherin Hanni Rützler. Sie ortet hier Interesse und eine große Offenheit für das Thema.

Lebensmittel, Generationen und Lernchancen

Die repräsentative Umfrage von Too Good To Go unter Österreicher:innen zwischen 18 und 65 Jahren zeigt, dass 67 Prozent der Befragten Lernchancen zwischen den Generationen im Umgang mit Lebensmitteln sehen. Bei der Handhabung des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) zeigen sich hingegen verschiedene Herangehensweisen der Generationen. 35 Prozent der 18–29-Jährigen und 31 Prozent der 30–41-Jährigen erklären, abgelaufene Lebensmittel grundsätzlich oder meistens – ohne vorherige Prüfung – zu entsorgen. Mehr als 70 Prozent der 42-65-Jährigen geben an, Lebensmittel zunächst anhand von Geruch, Geschmack und Aussehen zu prüfen, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten ist. 12 Prozent der 54–65-Jährigen verwenden abgelaufene Lebensmittel sogar ohne Prüfung weiter. Kaum weggeworfen werden Lebensmittel von älteren Befragten: 90 Prozent der 54–65-Jährigen sagen, dass sie, nie oder nur gelegentlich Lebensmittel wegwerfen.

„Dass so viele Menschen angeben, Lebensmittel nie wegzuwerfen, ist tatsächlich überraschend“, erklärt Rützler. Besonders positiv bewertet sie, dass ein Großteil der älteren Befragten Lebensmittel, die das MHD überschritten haben, mit ihren eigenen Sinnen prüft. Hier zeigt sich laut Rützler ein deutlicher Generationenunterschied: Ältere vertrauen eher auf ihre Fähigkeiten die Frische mithilfe von Aussehen, Geruch oder Geschmack einschätzen zu können. „Wir sehen, dass vor allem jüngere Menschen ihren eigenen Sinnen hier weniger vertrauen, während ältere Generationen diese selbstverständlich einsetzen.“

Routine versus Ausprobieren

Während die ältere Generation mit Erfahrung und Routine punktet, zeigen sich jüngere Menschen besonders offen für Neues in Bezug auf Konsum und Ernährungsweisen. Die Mehrheit der 18–29-Jährigen sagen, dass sie häufig oder sehr häufig neue Rezepte und Ernährungstrends ausprobieren. Auch alternative Einkaufs- und Bezugsquellen – etwa Onlineangebote oder Lieferdienste – werden von den unter 40-Jährigen häufiger genutzt als von älteren Befragten. „Die Jüngeren informieren und organisieren sich deutlich stärker mithilfe digitaler Medien – etwa um Lebensmittel zu beziehen oder zu retten“, führt Rützler aus. „Die Älteren vertrauen dagegen mehr ihren Sinnen, greifen lieber zu Bekanntem und sind Neuem gegenüber deutlich weniger aufgeschlossen – gerade in diesem Unterschieden liegt großes Lernpotenzial zwischen den Generationen.“

Trotz unterschiedlicher Gewohnheiten zeigt die Umfrage auch klare Gemeinsamkeiten. Alle Generationen kochen mehrmals pro Woche bis täglich frische Mahlzeiten, und zwischen 70% und 82% der Befragten achten beim Einkauf eher oder verstärkt auf den Preis von Lebensmitteln. „Wir leben in wirtschaftlich angespannten Zeiten, daher wird auch beim Essen stärker gespart“, erklärt Rützler. „Ältere Menschen planen ihr Budget oft etwas genauer, während jüngere Generationen spontaner einkaufen.” Gleichzeitig sieht die Foodtrend-Forscherin in Österreich insgesamt einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln: „Durch die gestiegenen Preise ist die Sensibilität in allen Altersgruppen gestiegen. Damit einher geht aber auch eine höhere Wertschätzung.“

 

Über Hanni Rützler
Die Gründerin und Leiterin des futurefoodstudios ist eine der führenden Foodtrend-ForscherInnen Europas. Sie verfolgt den Wandel unserer Esskultur. Dabei hat sie nicht nur den deutschsprachigen und europäischen Raum im Blick, sondern weltweite Entwicklungen. Als ausgebildete Ernährungswissenschafterin und Gesundheitspsychologin bewegt sie sich professionell zwischen den Disziplinen und versteht es, verschiedene Erkenntnisse zusammenzuführen.

Über Too Good To Go
Too Good To Go ist ein Social Impact Unternehmen mit B-Corp-Zertifikat, das mit unterschiedlichen Lösungen gegen Lebensmittelverschwendung vorgeht. Mit über 2,5 Millionen registrierten Nutzer:innen und rund 6.500 Partnerbetrieben konnten in Österreich bereits mehr als 18 Millionen Überraschungssackerl von Bäckereien, Supermärkten und Gastronomiebetrieben über die Too Good To Go-App gerettet werden. Das dänische Unternehmen mit Hauptsitz in Kopenhagen ist in 21 Ländern in Europa, Nordamerika, und Asien-Pazifik-Raum aktiv, zählt weltweit über 120 Millionen registrierte Nutzer:innen und arbeitet mit 180.000 Partnerbetrieben zusammen. Seit dem Start im Jahr 2016 hat Too Good To Go weltweit über 500 Millionen Mahlzeiten gerettet. Laut Project Drawdown (2020) ist die Reduzierung von Lebensmittelverlusten eine der wirksamsten Maßnahmen, um Treibhausgasemissionen zu senken.

Mindesthaltbar heißt nicht automatisch verdorben: Auf diesen Unterschied macht Too Good To Go mit der Initiative „Oft länger gut“ aufmerksam. Das Mindesthaltbarkeitsdatum ist lediglich ein Qualitätsversprechen der Hersteller – viele Produkte sind oft noch Wochen oder sogar Monate länger genießbar. Um Verbraucherinnen und Verbraucher daran zu erinnern, wurde gemeinsam mit führenden Lebensmittelherstellern das „Oft länger gut“-Symbol entwickelt. Es soll dazu motivieren, sich vor dem Wegwerfen auf die eigenen Sinne zu verlassen: sehen, riechen, probieren

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