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Diversity Good-Practice

Inklusives Unternehmen: Markas Reinigungsdienst

Inklusives Unternehmen am Reinigungs-Sektor: Markas legt großen Wert auf Diversity. Erfahren Sie hier, wie die Einbindung von Menschen mit Behinderungen funktioniert. Mag. Gerlinde Tröstl, Geschäftsführerin Markas Österreich, im Gespräch mit DiversityGuide.at.
Text: Anna Heisinger
© Nicole Stessl

Inklusives Unternehmen mit großem Engagement: Geschäftsführerin Mag. Gerlinde Tröstl gibt uns Einblicke in das Thema Diversity beim Reinigungsunternehmen Markas. Lesen Sie hier, wie speziell Menschen mit Behinderungen eingebunden werden.

Sie beschäftigen Menschen mit Behinderungen in Ihrem Unternehmen. Was tun Sie als inklusives Unternehmen für diese Mitarbeiter:innen?

Wir beschäftigen einen Mitarbeiter, der sich bei einem unserer Kunden in der Betriebsküche um das Einräumen des Geschirrs kümmert. Er hat eine Beinprothese. Die Tätigkeit ist für sein gesundes Bein sehr anstrengend, weil es aufgrund der Prothese den Großteil seines Körpergewichtes stützen muss. Ihm macht das Einräumen und Sortieren des Geschirrs sehr großen Spaß. An Tagen, an denen es ihm nicht so gut geht, erfährt er großen Rückhalt und Unterstützung durch seine Kolleg:innen vor Ort. Diese entlasten ihn dann so gut es geht .

Ein weiterer Mitarbeiter, der aufgrund einer Autoimmun-Erkrankung im Rollstuhl sitzt, ist in einem unserer regionalen Büros in der Administration tätig. Er ist ein besonders strukturierter und organisierter Kollege. Von seinem Team wird er für seine Hilfsbereitschaft und Loyalität geschätzt. Um ihn im Arbeitsalltag bei uns so gut es geht zu unterstützen, haben wir auch die Büroräumlichkeiten bspw. durch eine sich automatisch öffnende Tür entsprechend adaptiert.

Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit myAbility? Wie viele Mitarbeiter:innen sind aufgrund deren Programms im Unternehmen?

myAblity ist für uns ein wichtiger Partner, der uns als inklusives Unternehmen geholfen hat, zu Beginn der Initiative interne Handlungsfelder zu identifizieren und gleichzeitig konkrete Ziele und Handlungsempfehlungen auszuarbeiten. Wir sind auch Teil des myAbility Wirtschaftsforums, wodurch wir uns mit anderen inklusiven Arbeitgeber:innen laufend vernetzen können und wir uns dadurch laufend weiterentwickeln können (z.B. bei Webinaren). Wir nutzen jedenfalls die myAbility Pattform für unsere ausgeschriebenen Stellen. Wieviele Mitarbeiter:innen wir konkret über myAbility angeworben wurden, können wir allerdings nicht genau sagen.

Was unterscheidet die Stellausschreibungen für Menschen mit Behinderung von denen für die übrigen Mitarbeiter?

Wir nutzen hier gezielt das Netzwerk der beruflichen Arbeitsassistenz, wo wir einzelne Bereiche hervorheben, da wir in gewissen Bereichen mehr Flexibilität hinsichtlich Arbeitszeiten, Kontakt zu Patient:innen (vor allem in der Krankenhausreinigung), Größe des Teams anbieten können. Unsere Stelleninserate werden sehr allgemein gehalten, allerdings treffen wir bei jedem:r potentiellen Mitarbeiter*in eine individuelle Lösung, die auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten (Rahmenbedingung) am besten abgestimmt ist. Das ist für uns auch ein ganz wesentlicher Aspekt, nicht starr auf Stellenprofile zu beharren sondern hier auf die Talente und Stärken der Bewerber:innen einzugehen und die Positionen dann dementsprechend anzupassen.

Unterscheidet sich bei der italienischen und deutschen Niederlassung der Zugang zu den Themen Diversität und Inklusion im Vergleich zu Österreich?

Nein, der Zugang ist derselbe. Die Werte unseres Familienunternehmen – Zuverlässigkeit, Engagement, Fairness – gelten unternehmensweit für alle Ländergesellschaften gleichermaßen, wobei wir in Österreich die Initiative schon sehr weit vorantreiben konnten. In Deutschland bspw., wo wir uns derzeit noch im Marktaufbau befinden, haben wir die strukturellen Rahmenbedingungen wie z.B. eine:n eigene:n Diversitäts- und Inklusionsbeauftragte:n noch nicht geschaffen. Hier unterstützen wir aber aus Österreich sehr stark.

Welche konkreten Aufgaben übernimmt Ihre Inklusionsbeauftragte?

Unserer Diversitäts- und Inklusionsbeauftragte ist im Team Recruiting & Personalentwicklung angesiedelt und ist zentrale Schnittstelle für interne Kolleg:innen und externe Partner, wenn es um das Thema D&I sowie Mitarbeiter:innen mit Behinderung geht. Bei ihr laufen alle Fäden zusammen. Sie organisiert bspw. unsere jährlichen Inklusionsevents in der Markas Zentrale oder auch Sensibilisierungsworkshops für unsere regionalen Führungskräfte vor Ort und ist auch in puncto Networking sehr aktiv.

Wie lautet ihre Botschaft an Mitbewerber, die bei der Einstellung von Menschen mit Behinderung säumig sind?

Seid mutig und traut euch, es zahlt sich aus. Viele haben Berührungsängste, sich mit Menschen mit Behinderung auseinanderzusetzen, weil oft die Sorge da ist, etwas falsch zu machen. Es gibt hervorragende externer Partner wie bspw. myAbility oder das NEBA Betriebsservice, die einem hier zur Seite stehen und auch einen Wegweiser geben, wie man strukturiert vorgehen kann.

 

Diversity-Fakten: Markas Reinigungsunternehmen

Die gesamte Markas Gruppe mit 12.000 MA erzielte zuletzt einen Umsatz von 380 Mio. €. Derzeit sind über 200 Mitarbeiter:innen mit Behinderung im In- und Ausland beschäftigt. In Österreich sind es momentan 40, vor drei  Jahre waren es 14.Ziel  ist es, mit 2027 an die 100 Mitarbeiter*innen mit Behinderung zu beschäftigen.

 

Lesen Sie hier mehr über Markas als inklusives Unternehmen.

 

 

 

 

 

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