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Diversity Management

Nachhaltigkeit und Frauen in der Chefetage

Unternehmen, bei denen verstärkt Frauen das Sagen haben, haben in Sachen Nachhaltigkeit die Nase vorn. Das zeigt eine Studie zur ESG (Environmental, Social and Governance)-Performance.
Text: Helene Fiegl
frauen in führungsrollen und esg-performance
© pexels_alena_darmel
Chefinnen für mehr Nachhaltigkeit: Bei einer Studie zum ESG-Performance-Ranking schnitten Unternehmen mit mindestens 30 Prozent Frauenanteil in der Gesamtbewertung um 50 Prozent besser ab.

Vom Verbraucher bis zum Investor – es wird zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. Was gut für die Umwelt und die Gesellschaft ist, kann auch zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens beitragen. Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC Österreich hat für das ESG-Performance-Ranking 2024  die Nachhaltigkeitsleistung der 140 umsatzstärksten Unternehmen des Landes unter die Lupe genommen.

Nachhaltigkeit und Frauen in Führungsrolle

Ein interessanter Aspekt ist, dass Unternehmen mit einem höherer Frauenanteil in der Geschäftsführung oder im Vorstand eine bessere ESG-Performance aufweisen: Die 19 Unternehmen mit mindestens 30 Prozent Frauenanteil schnitten in der Gesamtbewertung um 50 Prozent besser ab als der Durchschnitt der analysierten 140 Unternehmen. Die Ergebnisse deuten auf eine enge Korrelation zwischen ESG-Performance und Frauenanteil hin, ohne jedoch kausale Zusammenhänge abschließend zu analysieren, heißt es bei PwC.

Vielfalt wirkt sich offenbar im Allgemeinen gut auf das ESG-Ranking aus. „ESG-Management ist ein interdisziplinäres Themenfeld. Es muss aus einer ganzheitlichen Perspektive betrachtet werden“, betont Philipp Gaggl, Director und ESG Consulting. „Vielfalt – nicht nur im Geschlechterverhältnis, sondern auch im Hinblick auf Ausbildung und Themenexpertise – ist sicherlich förderlich für ein gutes Verständnis der ESG-Risiken und Chancen. Vielfalt ist kein Add-on, sondern ein Must-have, um auf das komplexe Thema Nachhaltigkeit gut vorbereitet zu sein.“

Wenngleich kein Unternehmen die volle Punktezahl erreicht hat, die für messbare ESG-Ziele und Verbesserungen in allen Bewertungskriterien erforderlich wäre, so ist die Tendenz positiv: Die durchschnittliche ESG-Performance der analysierten 140 Unternehmen stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 32 Prozent (2023: 26 Prozent). Ein Branchenvergleich offenbart klare Unterschiede: Die Sektoren Telekommunikation, Medien & Technologie (durchschnittliche Performance: 47 Prozent), Finanzdienstleister (39 Prozent) sowie Pharma & Chemie (36 Prozent) gelten 2024 als führend. Nachholbedarf besteht insbesondere in den Branchen „Nahrungs- und Genussmittel, Getränke“ (16 Prozent) sowie „Sonstige“ (21 Prozent).

Börsennotierte Unternehmen schneiden besser ab

Börsennotierte Unternehmen nehmen eine Vorreiterrolle in der ESG-Transformation ein: Mit einer durchschnittlichen ESG-Performance von 50 Prozent schneiden sie doppelt so gut ab wie nicht-börsennotierte Unternehmen, deren Durchschnittsleistung bei 25 Prozent liegt. Dieser Vorsprung lässt sich unter anderem durch den stärkeren Druck von Finanzmärkten und Stakeholdern erklären, dem börsennotierte Unternehmen ausgesetzt sind. Hinzu kommt die frühzeitige regulatorische Verpflichtung durch das Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG).

Deutlich Luft nach oben gibt es bei der CO₂-Reduktion. Nur 14 Prozent der Unternehmen konnten in den letzten drei Jahren eine absolute und relative Reduktion ihrer CO₂-Emissionen nachweisen. Unternehmen, die klare und messbare Klimaziele und wie Science Based Targets (SBTi) verfolgen, erzielen deutlich bessere Ergebnisse.

„Die Mechanismen sind im Kern nicht neu: Daten bilden die Grundlage für Ziele, und Ziele treiben die Performance“, hält Gaggl fest. „Das kennen Unternehmen bereits aus anderen Managementbereichen. Neu ist lediglich, dass nun der Klima- und Umweltschutz sowie die soziale Nachhaltigkeit im Fokus stehen.“

 

Über PwC

PwC ist ein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen in 149 Ländern mit mehr als 370.000 Mitarbeitenden. Die Geschäftsbereiche umfassen Wirtschaftsprüfung, Steuer- und Rechtsberatung sowie Unternehmensberatung. In Österreich gibt es fünf Standorte mit über 1.450 Expert:innen und mehr als 65 Partner:innen.

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