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Warum mehr weibliche Qualitäten die Arbeitswelt bereichern

Haben Frauen einen anderen Zugang zur Arbeitswelt? Fähigkeiten, die als typisch weiblich gelten, werden gerade in der Businesswelt gern abgewertet. Darüber, wie jedoch feminine Qualitäten als Ressource genutzt werden können, hat sich die Autorin Veronika Fischer Gedanken gemacht.
Text: Helene Fiegl
Buchtitel Female Working
© Kremayr & Scheriau
Von weibliche Qualitäten, wie Intuition, Solidarität oder kreativer Kraft könnten Unternehmen viel mehr profitieren. Durch die Einbeziehung und Wertschätzung dieser Eigenschaften hätte die Arbeitswelt das Potential vielfältiger, inklusiver und produktiver werden.

Höher, besser, weiter – diese Schlagworte kennen wir nicht nur aus dem Sport, sondern auch aus unserem Arbeitsalltag. In ihrem aktuellen Buch „Female Working“, stellt sich sich Veronika Fischer die Frage, wie die Arbeitskultur ohne diese männliche geprägten Prinzipien aussehen könnte.

Neue Chancen für die Arbeitswelt

Mit Working bzw. Arbeit meint die Autorin nicht nur die Erwerbsarbeit sondern auch Sorgearbeit, Hausarbeit, ehrenamtliche Arbeit, Beziehungsarbeit und Arbeit an sich selbst. Ihr geht es nicht um ein „Mehr“ für Frauen, sondern um neue Chancen und Möglichkeiten die sich  allen Menschen eröffnen, wenn man die Arbeitswelt durch die Linse der weiblichen Perspektive betrachtet.

„Wenn wir Gleichberechtigung fordern, dürfen wir keine Pauschallösungen anwenden, denn die Voraussetzungen sind dafür viel zu unterschiedlich“, betont Fischer. Sie ortet eine Zeit des Umbruchs. Wir sind zwar noch in alten Denkweisen verhaftet, aber haben „inzwischen auch ein Gespür für die neuen Möglichkeiten und den Umschwung“. Es gab in den letzten Jahren bereits einige Veränderungen – etwa Homeoffice, Gleitzeit oder ressourcenschonendes Arbeiten.

Jedoch herrschen immer noch patriarchale Strukturen vor, die abgebaut werden müssen, um eine Balance herzustellen. Fischer sagt: „Die Eigenschaften, die wir als weiblich begreifen, brauchen mehr Wertschätzung und eine Gültigkeit auch in der Arbeitswelt. Wird eine neue Struktur erst verinnerlicht, passen sich die Rahmenbedingungen von selbst an.“

Wie kann das gelingen?

Unternehmen. die sich nach „Female Qualities“ ausrichten, fokussieren sich laut Fischer darauf, strukturelle Barrieren abzubauen und eine inklusive Arbeitsumgebung zu schaffen.  Wir listen einige Ansätze mit Beispielen der Autorin an dieser Stelle auf.

  • Gerechtigkeit: bei Bezahlung, Beförderung oder mit inklusiven Arbeitsbedingungen
  • Arbeitsumfeld: schadstofffreie Einrichtung, Ressourcenschonung
  • Abgeflachte Hierarchien: Führung auf Augenhöhe, Solidarität oder Teamwork
  • Gesundheit: Gesundheits-Coachings, gesundes Essen, Bewegungsangebote
  • Diversität: Diversität als Ressource nutzen, Maßnahmen gegen Diskriminierung, Förderung gemeinnütziger Projekte
  • Flexibilität: flexible Arbeitszeiten, bezahlte Auszeiten und Remote-Arbeit, Abgrenzung von Arbeits- und Freizeit

 

Zur Autorin und zum Buch:

Veronica Fischer wurde 1987 im Allgäu geboren. Sie studierte Deutsche Literatur und Philosophie in Konstanz und Berlin, arbeitet als freie Autorin, Journalistin, Texterin sowie Philosophin und ist Mutter von drei Kindern.

Female Working – Wie wir weibliche Qualitäten als Ressourcen nützen.
€ 25,00,  ca. 224 Seiten, ISBN 978-3-218-01462-5

 

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