Frauen häufig von Schlafmangel betroffen

Der aktuelle Frauengesundheitsreport von Pure Encapsulations® in Zusammenarbeit mit TQS Research & Consulting zeigt anlässlich des Tags der Frauengesundheit am 28. Mai, wie alarmierend die Realität vieler Frauen rund um Schlaf und Erschöpfung ist. 68 Prozent funktionieren trotz Müdigkeit oder Erschöpfung einfach weiter, zwei Drittel haben gelernt, Müdigkeit als normal hinzunehmen. Und selbst dort, wo Schlaf auf den ersten Blick mengenmäßig ausreichend erscheint, bleibt er oft nicht erholsam: 57 Prozent wachen morgens nicht erholt auf, 51 Prozent erleben ihren Schlaf als oberflächlich oder wenig regenerativ.
Frauen funktionieren trotz Erschöpfung weiter
Die aktuelle, repräsentative Studie unter 1.000 Frauen in Österreich zeigt, wie stark Müdigkeit und Erschöpfung normalisiert oder im medizinischen Kontext nicht ernstgenommen werden. Schon der Blick auf die Schlafgewohnheiten zeigt, wie groß die Belastung ist: Jede dritte Frau schläft an Werktagen im Schnitt höchstens sechs Stunden und knapp mehr als die Hälfte wacht nachts zwei Mal oder öfter auf. Gleichzeitig geben 61 Prozent an, an Werktagen sieben bis acht Stunden zu schlafen. 68 Prozent geben an, trotz Müdigkeit oder Erschöpfung einfach weiter zu funktionieren. Gleichzeitig sagen zwei von drei Frauen, dass sie gelernt haben, Müdigkeit als normal hinzunehmen. Erschöpfung wird im Alltag vieler Frauen mitgetragen und zu selten als Warnsignal ernst genommen.
„Wenn Frauen lernen, Müdigkeit als normal hinzunehmen, und gleichzeitig erleben, dass Beschwerden medizinisch oder gesellschaftlich relativiert werden, entsteht ein Kreislauf aus Funktionieren, Zweifel und verspäteter Abklärung. Genau hier braucht es mehr Sensibilität, mehr Wissen und einen anderen Umgang mit weiblicher Erschöpfung“, erklärt Tina Werner, Wissenschaftliche Leiterin der Initiativen zur Frauengesundheit bei Pure Encapsulations®.
Care-Arbeit unterbricht Schlaf und verstärkt Erschöpfung
Wie eng Erschöpfung mit den realen Bedingungen des Alltags zusammenhängt, zeigt der Blick auf Care-Arbeit. Bei der nächtlichen Care-Verantwortung liegt die Hauptlast laut Studie meist bei den Frauen selbst: 68 verorten sie überwiegend bei sich, nur 15 Prozent teilen sie sich etwa gleich auf, nur ein Prozent überwiegend beim Partner. 44 Prozent sagen, dass ihr Schlaf durch Care-Verantwortung regelmäßig unterbrochen wird. Bei Frauen mit Kindern unter 14 Jahren im Haushalt funktioniert eine besonders große Mehrheit von 83 Prozent trotz Müdigkeit oder Erschöpfung einfach weiter. Schlafmangel zeigt sich damit als eine Frage ungleich verteilter Verantwortung. „Schlafprobleme und Erschöpfung werden bei Frauen noch immer zu oft bagatellisiert oder vorschnell erklärt. Gerade hier braucht es einen genaueren Blick auf Symptome, statt sie vorschnell als normal abzutun“, sagt Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in Brigitte Holzinger, Somnologin & Schlafcoach, Psychologin und Leiterin der MedUni Lehrgänge und des Instituts für Bewusstseins- und Traumforschung.
„Viele Frauen merken erst spät, wie sehr sich Stress, Anspannung und dauerhafte Verantwortung auf ihren Schlaf auswirken. In meiner Arbeit zeigt sich immer wieder: Erholsamer Schlaf beginnt nicht erst in der Nacht, sondern bei der Frage, wie belastet Frauen tagsüber sind. Was hilft, sind realistische Veränderungen im Alltag, die Entlastung schaffen und dem Körper wieder Regeneration ermöglichen“, ergänzt Dr. Elke Doppler-Wagner, Schlafexpertin und Schlafcoach, diplomierte Chronotrainerin für Stress- und Konfliktbewältigung.


