29 Wienerwände für legale Graffiti-Kunst

Die „Wienerwände“ dürfen gratis und ohne Anmeldung besprüht werden. Es gilt das Prinzip des Respekts: Ältere Werke dürfen für neue Kunst übermalt werden. Nicht toleriert werden Hetze, Diskriminierung und Werbung. Solche Motive sollen möglichst direkt überdeckt oder per Foto an die WienXtra-Jugendinfo gemeldet werden. „Kinder und Jugendliche wollen ihrer Stadt ihre eigene Handschrift geben. Dafür haben sie sich mehr Orte gewünscht, an denen sie legal sprayen können und diese Idee bei der Kinder- und Jugendmillion eingebracht“, freute sich VB und Jugendstadträtin Bettina Emmerling bei der Eröffnung im Resselpark.
Bestehendes Angebot laufend erweitert
Derzeit gibt es 23 Wienerwände. Mit der aktuellen Erweiterung kommen insgesamt neun Standorte dazu. Davon sind fünf bereits eröffnet und mit gekennzeichnet. Weitere Flächen werden in den kommenden Wochen mit dem Wienerwand-Taubenlogo gekennzeichnet und anschließend in den Online-Stadtplan aufgenommen. Mitte September wurde die neue Wienerwand im Resselpark am Karlsplatz offiziell eröffnet. Erkennbar ist sie am charakteristischen Tauben-Metalltafel mit Schriftzug, dem Logo der Wienerwand. Und statt lange auf die ersten Kunstwerke zu warten, konnten Jugendliche gleich selbst loslegen: Bei einem Graffiti-Workshop von Spraycity griffen sie zu den Dosen, probierten Techniken aus und gestalteten die neue Fläche. „Eine Wienerwand ist ein Freiraum, in dem Jugendliche selbst entscheiden, was sie gestalten – und dabei Verantwortung für den gemeinsamen Ort übernehmen“, sagt Claudia Regan, Leiterin der WIENXTRA-Jugendinfo.
Legal sprayen, selbst gestalten
Die Idee hinter der Wienerwand ist einfach: Wer sprayen möchte, soll dafür einen legalen Ort haben. Auf den ausgewiesenen Flächen können Graffiti-Künstler:innen ihre Werke ohne Zeitdruck entwickeln, neue Techniken ausprobieren und den öffentlichen Raum mitgestalten. Die Wienerwände sind grundsätzlich kostenlos und ohne Voranmeldung nutzbar. Eigenes Spraymaterial muss mitgebracht werden. Wichtig ist außerdem ein respektvoller Umgang mit den Arbeiten anderer: Da die Flächen begrenzt sind und Graffiti einem ständigen Wandel unterliegen, dürfen und müssen ältere Werke übermalt werden. Dabei gilt der Ehrenkodex der Szene: Bestehende Bilder werden möglichst vollständig und sauber überdeckt, statt sie achtlos zu „crossen“. Die Arbeitsgeräte gehören wieder mitgenommen bzw. fachgerecht entsorgt.
Ausdrucksform der Jugendkultur
Wien ist eine Stadt der kulturellen Offenheit, der gelebten Toleranz und des humanitären Engagements und bekennt sich zur kulturellen Vielfalt, zum Zulassen zur kulturellen Aufgeschlossenheit und zum Ermöglichen. Graffiti ist eine der sichtbarsten, sicher auch eine der meist diskutierten Ausdrucksformen der Jugendkultur. Graffiti ist Kunst, Graffiti ist aber auch Kritik und Rebellion und setzt sich wie jede Kunst in manchmal unbequemer Weise mit der gesellschaftlichen Situation auseinander. Durch das Projekt Wienerwand, mit der Einrichtung neuer legaler Graffiti-Flächen, soll diese Kunstausübung unterstützt und der Dialog zwischen Writer:innen und Öffentlichkeit gefördert werden. In vielen Städten wird Graffiti als ein rein krimineller Akt gesehen, dem nur durch rigorose Verbote zu begegnen ist.
Die fünf Neuen und ready to use:
Lorettoplaza / Skatepark, 1210 Wien – August 2026 eröffnet
Vilma-Neuwirth-Park, 1020 Wien – September 2026 eröffnet
Karlsplatz / Resselpark, 1040 Wien – September 2026 eröffnet
Dingelstedtpark, 1150 Wien – September 2026 eröffnet
Donauinsel / Ecke Steinitzsteg – September 2026 eröffnet
Diese vier sind auch bald dabei, Kennzeichnung folgt in Kürze: Freie Mitte, 1020 Wien. Schubertpark, 1180 Wien, Gemeindebau Bertha-von-Suttner-Hof, 1040, Gemeindebau Karl-Wrba-Hof, 1100


