Sechs heimische Auszeichnungen für LGBTIQ+-Inklusion

Vergeben wurden die Preise im Rahmen der EPBN-WISE Conference & Awards Ceremony „Protect Workplace Inclusion in Europe“ in Prag. Rund 500 Teilnehmende aus 15 Ländern kamen zusammen, um über die Zukunft inklusiver Arbeitswelten, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und den Umgang mit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung zu diskutieren.
Österreich führend bei Diversity-Standards
Erstmals wurden Unternehmen aus mehreren europäischen Ländern anhand einer gemeinsamen Methodologie im Bereich LGBTIQ+-Inklusion bewertet. Diese basiert auf dem österreichischen Meritus, der seit 2009 alle zwei Jahre vergeben wird. Die europaweite Anwendung zeigt, wie österreichische Expertise zur Weiterentwicklung von Diversity-Standards auf europäischer Ebene beiträgt. „Dass österreichische Unternehmen, österreichische Role Models und mit dem Meritus sogar eine in Österreich entwickelte Methodologie europaweit sichtbar werden, zeigt die Stärke grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Vielfalt und Inklusion sind kein Randthema, sondern ein Wettbewerbs- und Zukunftsfaktor für Europa“, betont Lukas Burian, Präsident von AGPRO und Pride Biz Austria. „Wer alle Potenziale im Unternehmen ausschöpfen will, muss Diversity, Equity und Inclusion als grundlegende Fairnessarbeit begreifen. Kein Add-on, kein Nice-to-have, sondern Belonging als Kern der Unternehmenskultur“, ergänzt Clar Gallistl, Vizepräsidentschaft von Pride Biz Austria.
Inklusive Arbeitswelten als Wettbewerbsfaktor
Bereits tagsüber brachte die EPBN-WISE Konferenz Vertreter:innen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zusammen, bevor am Abend die Awards Ceremony stattfand. Im Fokus standen Fragen rund um Fachkräftesicherung, Unternehmenskultur und die Rolle inklusiver Arbeitswelten in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. In Panels und Workshops diskutierten Expert:innen, wie Vielfalt nachhaltig in Recruiting, Führung und Arbeitsalltag verankert werden kann. Die Bedeutung inklusiver Arbeitswelten reicht dabei weit über Diversity-Maßnahmen hinaus: Laut Daten der EU-Grundrechteagentur verstecken 45 Prozent der LGBTIQ+ Personen in der Europäischen Union ihre Identität am Arbeitsplatz, 18 Prozent berichten von Diskriminierungserfahrungen. Gleichzeitig leben rund 40 Millionen LGBTIQ+ Menschen in Europa – ein bedeutendes Potenzial für Unternehmen und Arbeitsmärkte.
Die ausgezeichneten Österreicher
Nicole Steger, Equality, Diversity & Inclusion Leader bei IKEA Austria, Traude Kogoj, ÖBB-Konzernbeauftragte für Gender & Diversity und Mirsad Aljušević, Group Diversity Officer der Erste Group.
Mit den Role-Model-Auszeichnungen werden Personen gewürdigt, die sich zusätzlich zu ihren beruflichen Rollen aktiv für mehr LGBTIQ+-Inklusion, Sichtbarkeit und chancengerechte Arbeitswelten einsetzen. Als österreichische Role Models wurden ausgezeichnet:
Anna Geiger, Innovation Lead bei der iC group, Annamaria De Franco, Portfolio Head Regulatory Affairs bei Sandoz und Ken Goigner, Lehrer und Fellow bei Teach For Austria.
Über Pride Biz Austria
Pride Biz Austria ist Österreichs Netzwerk für LGBTIQ+ Diversity Management und setzt sich gemeinsam mit Unternehmen, Organisationen und Einzelpersonen für chancengerechte und inklusive Arbeitswelten ein. Als österreichische Vertretung im European Pride Business Network arbeitet Pride Biz Austria daran, Diversity-Standards weiterzuentwickeln und nachhaltige Veränderungen in der Arbeitswelt voranzutreiben.



