75 Prozent fordern lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle

Eine aktuelle PwC-Studie „Arbeiten im Wandel der Lebensphasen“, für die 1.092 erwerbstätige Personen in Österreich befragt wurden, zeigt, dass drei von vier Beschäftigten lebensphasenorientierte Arbeitsmodelle bevorzugen. Ob Menschen länger im Erwerbsleben bleiben, hängt daher wesentlich davon ab, ob Arbeit auch in späteren Lebensphasen attraktiv, machbar und unterstützend gestaltet ist.
Psychische Belastung steigt im Laufe des Berufslebens
Psychische Belastung ist kein Randphänomen. 63 Prozent der Befragten geben an, dass ihre psychische Belastung im Vergleich zu vor zwei Jahren spürbar zugenommen hat. Besonders stark betroffen sind Personen mit Pflegeverantwortung: Mit 83 Prozent liegt diese Gruppe deutlich über dem Durchschnitt und weist die stärkste Belastungszunahme auf. Die zusätzliche Verantwortung trübt auch den Blick in die Zukunft: Während der Zukunftsoptimismus bei Personen im Karriereaufbau bei 70 Prozent und in der späten Berufsphase bei 59 Prozent liegt, fällt er bei Menschen mit Pflegeverantwortung mit 48 Prozent deutlich niedriger aus. Auch die finanzielle Zuversicht mit Blick auf die Pension variiert spürbar. Besonders deutlich werden dabei geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen haben seltener finanzielle Klarheit für die Pension als Männer (48 % gegenüber 62 %).
„Besonders deutlich werden die blinden Flecken bei Frauen, in späteren Erwerbsphasen und bei Pflegeverantwortung: Hier verdichten sich Belastung, geringere Förderung, schwächerer Zukunftsoptimismus und finanzielle Unsicherheit. Umso wichtiger ist es, Arbeit so zu gestalten, dass sie auch in herausfordernden Lebensphasen tragfähig bleibt“, erklärt Sophie Landsteiner, Workforce Transformation Lead bei PwC Österreich.
Zusammenarbeit wichtiger als Gehalt
Die wichtigsten Treiber für Arbeitsfähigkeit und nachhaltige Leistungsfähigkeit liegen längst nicht mehr ausschließlich in klassischen Faktoren wie Gehalt oder strukturellen Rahmenbedingungen. Als wichtigste Hebel nennen die Befragten Zusammenarbeit im Team und Flexibilität am Arbeitsplatz mit jeweils 32 Prozent sowie Wertschätzung und Anerkennung durch Arbeitgeber mit 26 Prozent– noch vor finanziellen Anreizen (24 %) oder Telearbeit (23 %).
Allerdings gibt fast jede:r Vierte (23 %) an, dass die eigene Arbeitsfähigkeit in den vergangenen zwei Jahren nicht gefördert wurde. Besonders deutlich zeigt sich diese Förderlücke bei Frauen: 27 Prozent berichten von fehlender Förderung, bei Männern sind es 20 Prozent.
„Arbeitsfähigkeit darf nicht nur über allgemeine Angebote adressiert werden. Entscheidend ist, ob Maßnahmen die relevanten Zielgruppen tatsächlich erreichen, sichtbar sind und zur jeweiligen Lebens- und Erwerbsrealität passen. Unternehmen, die diese Bedürfnisse gezielt adressieren, stärken Bindung, Leistungsfähigkeit und ihre Wettbewerbsfähigkeit am Arbeitsmarkt“, so Landsteiner.
Über die Studie „Arbeiten im Wandel der Lebensphasen“
Die Studie basiert auf einer im Mai 2026 durchgeführten Befragung von 1.092 erwerbstätigen Personen in Österreich. Beide Geschlechter sind nahezu gleich stark vertreten, der Altersschwerpunkt liegt klar im aktiven Erwerbsalter. Die Lebensphasen Ausbildung, Berufseinstieg, Karriereaufbau, Familienphase, Neuorientierung, Pflegeverantwortung und späte Berufsphase sind breit abgedeckt.
Weitere Informationen zur Studie: https://direkt.pwc.at/lebensphasen



