ÖGB fordert zusätzliche Mittel für Ausgleichstaxfonds

„Es ist zu begrüßen, dass der Ausgleichstaxfonds auch in den kommenden Jahren zusätzliche Mittel aus dem Bundes-Sonderbudget erhält. Damit werden wichtige Maßnahmen zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen abgesichert. Gleichzeitig braucht es eine langfristige und nachhaltige Finanzierung des Fonds“, betont Patrick Berger, Leiter des Chancen Nutzen Büros im ÖGB. Finanziert werden Maßnahmen zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderungen. „Verlässliche Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt – von Beratung und Qualifizierung bis zu Lohnkostenzuschüssen, Arbeitsassistenz und barrierefreien Arbeitsplätzen – darf nicht jedes Jahr neu infrage stehen“, so Berger.
Ausgleichstaxe deutlich erhöhen
Der ÖGB fordert, die Ausgleichstaxe auf ein betriebswirtschaftlich relevantes Niveau anzuheben. Derzeit beträgt sie nur etwa ein Achtel bis ein Zehntel der tatsächlichen Beschäftigungskosten. „Solange Zahlen günstiger ist als Beschäftigen, bleibt die Benachteiligung von Menschen mit Behinderungen bestehen. Die Ausgleichstaxe muss einen wirksamen Beschäftigungsanreiz schaffen“, betont ÖGB-Expertin Martina Lackner.
Die meisten Betriebe erfüllen Quote nicht
In Österreich sind 22.434 Betriebe beschäftigungspflichtig, 76,11 Prozent erfüllen die gesetzliche Pflichtquote nicht. „Viele Unternehmen zahlen lieber die Ausgleichstaxe, statt Menschen mit Behinderungen einzustellen. Das darf nicht der wirtschaftlich bequemere Weg bleiben“, sagt Berger. Menschen mit Behinderungen verdienen im Schnitt weniger, sind häufiger arbeitslos und stärker von Armut betroffen. Umso wichtiger sind ausreichende Mittel für Unterstützung, Qualifizierung und nachhaltige Beschäftigung.


