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Diversity Management
Job

Jobaussichten bleiben auf Tiefstand, Jobzufriedenheit steigt

Der Arbeitsmarkt-Kompass des zweiten Quartals 2026, eine Längsschnittuntersuchung zur Stimmung am österreichischen Arbeitsmarkt des Online Research Instituts Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria, zeigt beginnende Stabilisierung.
Text: Michael Strausz
© Marketagent
Thomas Schwabl erstellte den Arbeitsmarkt-Kompass mit Leitbetriebe Austria

„Die große Wechselwelle bleibt vorerst aus. Wir sehen aktuell eine gewisse Rückbesinnung auf das, was man hat: Die Zufriedenheit mit dem eigenen Job ist hoch, während die Bereitschaft für einen Wechsel wieder etwas zurückgeht. Das ist kein Zeichen von Stillstand, sondern möglicherweise Ausdruck einer nüchterneren Abwägung von Chancen und Risiken“, sagt Thomas Schwabl, Gründer und Geschäftsführer von Marketagent. Gleichzeitig bleibt die Einschätzung der eigenen Chancen am Arbeitsmarkt verhalten. Fairness wird dabei mehr denn je zum zentralen Maßstab für attraktive Arbeitgeber.

Fairness ist Trumpf

Ein faires Gehalt (62%), gutes Arbeitsklima (53%) und flexible Arbeitszeiten (42%) sind die drei wichtigsten Kriterien bei der Jobsuche. 87 Prozent der Befragten akzeptieren Überstunden, sofern diese fair abgegolten werden. Der österreichische Arbeitsmarkt bleibt aus Sicht der Beschäftigten herausfordernd, gleichzeitig zeichnet sich bei der Stimmung eine gewisse Stabilisierung ab. Das zeigt die neueste Ausgabe des Arbeitsmarkt-Kompass‘ von Marketagent in Kooperation mit Leitbetriebe Austria. Die wahrgenommenen Chancen, rasch einen neuen Job zu finden, verharren auf niedrigem Niveau. Auch die Erwartungen an einen finanziellen Sprung bei einem Wechsel bleiben zurückhaltend. Der Drang nach beruflicher Veränderung scheint vorerst etwas nachzulassen: Die Wechselbereitschaft sinkt gegenüber dem ersten Quartal, während die Zufriedenheit mit dem aktuellen Arbeitgeber weiter steigt.

Weniger Lust auf Jobwechsel, mehr Zufriedenheit im aktuellen Job

Ein Drittel der unselbstständig Beschäftigten in Österreich zeigt aktuell eine (eher) hohe Bereitschaft, den Job zu wechseln. Mit 33 Prozent liegt dieser Wert unter dem Niveau des ersten Quartals 2026, als noch 38 Prozent eine hohe Wechselbereitschaft signalisierten. Gleichzeitig steigt die Jobzufriedenheit leicht auf 84 Prozent. Die Entwicklung könnte darauf hindeuten, dass Beschäftigte, angesichts eines als schwieriger wahrgenommenen Arbeitsmarktes, den eigenen Job wieder mehr zu schätzen wissen.

„Die große Wechselwelle bleibt vorerst aus. Wir sehen aktuell eine gewisse Rückbesinnung auf das, was man hat: Die Zufriedenheit mit dem eigenen Job ist hoch, während die Bereitschaft für einen Wechsel wieder etwas zurückgeht. Das ist kein Zeichen von Stillstand, sondern möglicherweise Ausdruck einer nüchterneren Abwägung von Chancen und Risiken“, analysiert Schwabl.

Arbeitsmarkt bleibt angespannt

Denn die Einschätzung der persönlichen Jobaussichten bleibt weiterhin verhalten. Lediglich 44 Prozent der unselbstständig Beschäftigten empfinden es aktuell als leicht, einen neuen Job zu finden. Damit verharrt dieser Wert auf dem Tiefstand des ersten Quartals. Zu Beginn der Langzeitmessung im dritten Quartal 2023 gingen noch 68 Prozent von positiven Chancen am Arbeitsmarkt aus. Auch bei den Gehaltsvorstellungen zeigt sich keine neuerliche Aufwärtsbewegung. Im Schnitt erwarten Beschäftigte bei einem Jobwechsel eine Gehaltserhöhung von 23 Prozent. Zum Start der Erhebung Mitte 2023 lag die erwartete Steigerung noch bei rund 29 Prozent.

„Die Studie bestätigt, dass sich nachhaltige Personalarbeit auszahlt. Unternehmen, die auf faire Arbeitsbedingungen, transparente Führung und eine wertschätzende Unternehmenskultur setzen, schaffen die Grundlage für Motivation, Loyalität und langfristigen Erfolg. Gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten wird deutlich: Attraktive Arbeitgeber überzeugen nicht durch kurzfristige Anreize, sondern durch Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit“, so Monica Rintersbacher, Geschäftsführerin von Leitbetriebe Austria.

 

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