Behindertenrat veröffentlicht Medienleitfaden für Menschen mit Behinderung

Haltung ohne Ableismus
Medien haben eine besondere Rolle in der Gesellschaft. Sie spiegeln nicht nur gesellschaftliche Wahrnehmungen und Haltungen, sie können diese auch maßgeblich prägen und zu einem diskriminierungsfreien Miteinander beitragen, fordert der Medienleitfaden für Menschen mit Behinderung, der vom Österreichischen Behindertenrat veröffentlicht wurde. Die Auseinandersetzung mit dem Thema Behinderung soll dabei eine moderne Haltung zeigen und ohne Ableismus (von englisch able = fähig) stattfinden. Dies beinhaltet die Abwertung und den Ausschluss auf verschiedenen Ebenen sowie Vorurteile gegenüber dieser Personengruppe.
Warum ist das wichtig?
Menschen mit Behinderungen sind aufgrund von Barrieren häufig von der Teilhabe am täglichen gesellschaftlichen und kulturellen Leben ausgeschlossen. Dies macht sie in der Gesellschaft oft unsichtbar. Aus diesem Umstand ergeben sich viele Vorurteile über das Leben mit Behinderungen, da durch diese Unsichtbarkeit wertvolle Begegnungen und Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderungen fehlen. In vielen Fällen werden Menschen mit Behinderungen noch immer eindimensional dargestellt, sei es als Helden, die ein furchtbares Schicksal durch Willenskraft überwunden haben, oder tragische Opfer eines schrecklichen Schicksals, mit denen wir Mitleid empfinden. In Wahrheit existiert das Leben mit Behinderungen in vielen
Medien als wichtiger Faktor im Disability Mainstreaming
Dabei sollen sie im Idealfall existierende Vorurteile nicht weiter reproduzieren, sondern die Gesellschaft so divers abbilden, wie sie ist und auf diskriminierende Darstellungen verzichten. Medien sind dabei ein entscheidender Faktor bei der Integration der Perspektiven von Menschen mit Behinderungen, dem sogenannten Disability Mainstreaming. Die Expertise der Community von Menschen mit Behinderungen sollte aktiv eingeholt werden, im Idealfall werden sie in der Entwicklung von Darstellungen auch hinter den Kulissen eingebunden. Dies ermöglicht einerseits eine möglichst realistische und diskriminierungsfreie Darstellung, andererseits könnte man dadurch vermeiden, dass laufende Diskurse ignoriert oder sogar konterkariert werden.
Barrierefreiheit in den Medien
Menschen mit Behinderungen müssen die Möglichkeit haben, Medien zu rezipieren. Damit das möglich ist, müssen sie barrierefrei gestaltet werden. Wichtig dabei ist das sogenannte „Zwei-Sinne-Prinzip“: Diesem zufolge müssen mindestens zwei der drei Sinne „Hören, Sehen und Tasten“ angesprochen werden. Wichtige Bestandteile barrierefreier Medien bilden dabei unter anderem Untertitel, Audiodeskriptionen, Alternativtexte, Texte in einfacher bzw. leichter Sprache und Übersetzung in Gebärdensprache.
Weitere Informationen
https://www.behindertenrat.at/wp-content/uploads/2025/06/Medienleitfaden.pdf
https://www.digitalbarrierefrei.at/de/Digitalbarrierefrei.at



