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Diversity Management
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Cultural Fit oder Cultural Add?

Gudrun Heidenreich-Pérez, Partnerin im Bereich Leadership Services bei Deloitte Österreich, im Gespräch mit DiversityGuide.at über Bewusstseinsänderung, Vorurteile und traditionelle Rollenbilder.
Text: Marion Breiter O’Donovan
Gudrun Heidenreich-Pérez, Partnerin im Bereich Leadership Services bei Deloitte Österreich

Welche Rolle spielen HR-Verantwortliche bei der Bewusstseinsänderung in Unternehmen?

HR-Verantwortliche haben eine Gatekeeper-Rolle bei der Besetzung von Funktionen in Unternehmen. Es gilt zu hinterfragen: Wie vielfältig ist der Talentepool, aus dem geschöpft wird? Gibt es ein Hearing, um Vergleichbarkeit der Kandidat:innen zu schaffen? Welchen Einfluss haben Unconcious Biases, also unbewusste Vorurteile, bei der Entscheidung? Bei letzterem geht es darum, dass neue Mitarbeitende gesucht werden sollen, die so divers sind,
dass Vielfalt und damit auch neue Ansätze entstehen können.

Wenn Auftraggeber:innen bei der Suche nach geeigneten Bewerber:innen meint: Suchen Sie jemanden, der/die zu uns passt, sollten sich alle, die den Prozeß in ihrer Expert:innenrolle begleiten, einbringen und ihre Stimme für die Vielfalt erheben. In der Regel schätzen Kund:innen die Meinung der Beratenden, sodass diese wesentliches bewirken können. Bei vielen Kund:innen ist in den letzten Jahren die Erwartung einer 50/50-Verteilung Frauen/Männer bereits gestiegen. Wo es KPIs (Key Performance Indicator, also meßbare Kennzahlen zur Bewertung von Unternehmenserfolgen) gibt, ist der Wunsch nach einem diversen Team größer. Entscheidend dafür ist vallerdings das „Commitement from the top“.

Wie kommt es bei der Besetzung von Stellen zu Cultural Add (durch Diversitätskriterien) statt zu Cultural Fit (also mehr ähnlich tickende Menschen)?

Der Gedanke, dass es angenehm ist mit Menschen zu arbeiten, die mir selbst ähnlich sind, ist sehr ausgeprägt. Es ist daher gelebte Praxis, dass Stellen nach dem Selbstähnlichkeitsprinzip besetzt werden. Das ist keine böse Absicht. Aber ich muss mir die Frage stellen, ob ich es einfach haben will oder ob ich mehr Führungsarbeit leisten, aber bessere Ergebnisse erreichen möchte. Diese erzielt man durch Cultural Add.

Warum ist es oft so schwierig Vielfalt in Unternehmen zu leben?

Einer meiner liebsten Sätze lautet: „Führung ist Interaktion“. Das heißt, eine Führungskraft braucht andere, um in ihrer Rolle etwas zu bewirken. Die größten Hürden auf dem Weg zur Vielfalt sind Unconcious Biases. Wie man geprägt ist, entscheidet sich schon früh. So sind für Frauen auf dem Weg zur Spitze Vorurteile die größten Hürden. Besonders problematisch ist es, wenn sich Frauen in traditionelle Rollenbilder zurückdrängen lassen.

 

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