Frauen erhalten 204.000 Euro weniger Bruttopension als Männer

Drittgrößte Pensionslücke Europas
Frauen erhalten im Schnitt nur 1.585 Euro, Männer hingegen 2.641 Euro pro Monat. Dieser gravierende Unterschied ist ein zentraler Grund, warum Altersarmut in Österreich weiblich ist. „Es ist ein Skandal, dass sich Frauen nach einem arbeitsreichen Leben mit so kleinen Pensionen abfinden müssen“, so AK Niederösterreich Präsident und ÖGB Niederösterreich Vorsitzender Markus Wieser. Selbst Frauen, die Vollzeit beschäftigt sind, verdienen durchschnittlich 16,5 Prozent weniger als Männer – das entspricht jährlich rund 10.784 Euro. Der Grund liegt in der niedrigeren Bewertung von frauendominierten Branchen wie Pflege, Reinigung oder Einzelhandel. Aber auch nach Berücksichtigung von Faktoren wie Branche, Beruf, Position oder Alter bleiben laut Analysen zwei Drittel der Differenz rein geschlechtsspezifisch.
Im EU-Vergleich hat Österreich laut Eurostat bei den über 65-Jährigen mit 35,6 Prozent die drittgrößte Pensionslücke hinter Malta und den Niederlanden. Der EU-Durchschnitt liegt bei 24,7 Prozent.
Mehr als 200.000 Euro weniger Pension
Laut Berechnungen des gewerkschaftsnahen Momentum-Instituts entgeht den Frauen, auf das gesamte Pensionsleben umgerechnet, rund 204.000 Euro an kumulierter Bruttopension. Dieses Beispiel unterliegt der Annahme, dass Frauen und Männer mit 65 in Pension gehen, und die fernere Lebenserwartung ab diesem Zeitpunkt für Frauen 86 Jahre und für Männer 83 Jahre beträgt – bei Bezug einer geschlechterspezifisch durchschnittlichen (Alters)Pension. So entsteht ein gesamtes Pensionseinkommen von 470.400 Euro (zum heutigen Tag) für Frauen, und 674.300 Euro für Männer – Frauen entgehen somit insgesamt rund 204.000 Euro. Männer haben im Schnitt bereits zwischen 77 und 78 Jahren das Pensionseinkommen bezogen, dass Frauen bis zu Ihrem Lebensende mit etwa 86 Jahren erhalten.
„Die beste Pensionsvorsorge sind gute Löhne und eine faire Anrechnung von Betreuungsleistungen. Dafür muss die Regierung bereits im Erwerbsleben der Frauen ansetzen. Für bereits Pensionierte gilt es Pensionszahlungen armutsfest zu machen“, betont Sophie Achleitner (Ökonomin und Gleichstellungsexpertin am Momentum Institut.



