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Diversity Management
DiversitätGender

Gender Diversity Index Austria 2025

Laut Gender Diversity Index Austria 2025 der Boston Consulting Group (BCG) investieren Unternehmen mit hoher Geschlechterdiversität deutlich stärker in KI-Qualifizierung und bauen systematischer Kompetenzen für das KI-Zeitalter auf.
Text: Michael Strausz
© BCG
Studienautorin Dr. Heike Dorninger leitet das Wiener Büro der BCG

Für den Gender Diversity Index Austria 2025 (GDI Austria) hat die Strategieberatung BCG die 50 größten börsennotierten Unternehmen analysiert. 50 Prozent der Top-10-Unternehmen weisen im Geschäftsbericht strukturierte KI-Schulungen aus, in der Bottom-10-Gruppe hingegen kein einziges. Entsprechend ist der Anteil von Beschäftigten mit KI-Kompetenzen in den Top-10-Unternehmen mit durchschnittlich 2,8 Prozent um rund 69 Prozent höher als in den Bottom 10 mit 1,7 Prozent.

Die 10/20/70-Formel

Auch beim operativen Einsatz von KI zeigt sich eine deutliche Spreizung entlang der Index-Platzierung. 70 Prozent der Top-10-Unternehmen geben an, KI im Unternehmen einzusetzen – in der Bottom-10-Gruppe sind es lediglich 20 Prozent. Wenn es um konkrete Anwendungen geht, nutzen 60 Prozent der Top 10 KI für Automatisierung und Effizienzsteigerung, gegenüber 20 Prozent in der Vergleichsgruppe. Für Innovation und Wachstum – etwa für neue Produkte oder Geschäftsmodelle – setzen 50 Prozent der Top 10 KI ein, während in der Bottom-10-Gruppe kein einziges Unternehmen diesen Einsatzbereich nennt.

„Technologie allein macht noch keinen KI-Erfolg aus. Bei BCG sprechen wir von der 10/20/70-Formel: Nur zehn Prozent entfallen auf Algorithmen, 20 Prozent auf Technologie – 70 Prozent hängen von Menschen, Organisation und Prozessen ab. Wer Lernen strukturiert ermöglicht, Verantwortung klar verankert und Veränderung aktiv führt, schafft die Voraussetzungen dafür, dass KI ihr Potenzial entfalten kann“, sagt Studienautorin Dr. Heike Dorninger, Managing Director & Partner, Leiterin des Wiener BCG-Büros.

Vergütungslücke 2025 auf historischem Tiefstand

Der Frauenanteil in Führungsgremien steigt laut Gender Diversity Index Austria 2025 wieder: In den Vorständen liegt der Durchschnitt bei 15 Prozent, im Aufsichtsrat bei 29 Prozent. Über Vorstand und Aufsichtsrat hinweg beträgt die durchschnittliche Einkommens-Differenz 23 Prozent. Im Vorstand verdienen Frauen im Schnitt rund ein Viertel weniger als Männer, im Aufsichtsrat liegt die Differenz bei 21 Prozent. Gleichzeitig bleibt die Verteilung an der Spitze deutlich unausgewogen: Unter den 25 bestverdienenden Vorständen – mit einer durchschnittlichen Vergütung von mehr als 2,2 Millionen Euro – findet sich lediglich eine Frau. Im Segment der Plätze 26 bis 80 stehen sieben Frauen 48 Männern gegenüber. „Ein Teil der Vergütungs-Differenz ist strukturell bedingt. Unter den Top 50 gibt es weiterhin keine weibliche CEO, und Vorsitzfunktionen sind deutlich höher dotiert als andere Mandate im Vorstand“, erklärt Florian Brunnader, Managing Director & Partner bei BCG und Co-Autor der Studie. „Gleichzeitig zeigt sich ein weiteres Muster: In den Unternehmen mit dem höchsten durchschnittlichen Gehaltsniveau sind Frauen besonders selten vertreten.

BKS Bank ist Champions 2025

An der Spitze des diesjährigen BCG-Rankings steht die BKS Bank. Mit 95,3 Punkten erzielt sie den höchsten Wert seit Bestehen des Index. Bereits 2018 unter den führenden
Unternehmen platziert, erreicht sie nun erstmals Rang eins und setzt damit einen neuen Benchmark in Besetzung und Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat. Auf Platz zwei folgt die Linz Textil Holding mit 82,7 Punkten. Das Unternehmen zählt seit Jahren zu den Spitzenreitern und belegt bereits zum vierten Mal Rang zwei – ein Zeichen für die nachhaltige Verankerung von Vielfalt in den Führungsgremien. Rang drei geht an Josef Manner & Comp. mit 78,4 Punkten. Das Unternehmen hat seine Punktezahl seit Beginn der Erhebung mehr als verdoppelt. Der VERBUND erreicht mit 77,1 Punkten Platz vier und hat seine Bewertung seit 2018 ebenfalls nahezu verdoppelt. Raiffeisen Bank International (RBI) komplettiert die Top 5 mit 76,6 Punkten und zeigt über mehrere Jahre hinweg eine kontinuierliche Verbesserung.

 

Über die Studie

Für den Gender Diversity Index 2025 hat der Unternehmensberater Boston Consulting Group (BCG) die nach Marktkapitalisierung 50 größten börsennotierten Unternehmen Österreichs untersucht, welche die benötigten Daten zur Berechnung des Index veröffentlichen. Untersuchungsgrundlage ist der Anteil an Männern und Frauen in Vorstand und Aufsichtsrat des jeweiligen Unternehmens zum Stichtag 1. Jänner 2026 sowie die Verteilung der Vergütung in den beiden Gremien nach Ausweis des letzten vollständigen Jahresberichts. Diese vier Faktoren gehen jeweils zu einem Viertel in die Gesamtwertung ein. Für den diesjährigen KI-Schwerpunkt wurden zusätzlich veröffentlichte Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte der Unternehmen analysiert.

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