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Diversity Management
FrauenJob

Licht und Schatten für Frauen ab 50 am Arbeitsmarkt

Während sich die Anzahl der unselbständig beschäftigten Frauen zwischen 60 und 61 Jahren seit 2024 mit 61.150 verdoppelt hat, nahm gleichzeitig die Arbeitslosigkeit stark zu. Bei den 61-Jährigen war diese zehnmal so hoch wie Anfang 2024, bei den 60-Jährigen um rund 3,5 mal höher.
Text: Michael Strausz
© beigestellt
v.l. Birgit Gerstorfer, Christine Mayrhuber, Ingrid Korosec beim Pressegespräch im Cafe Landtmann

Entsprechend deutlich fiel auch der Anstieg der Arbeitslosenquote aus. Bei den 60-jährigen Frauen verdoppelte sich diese auf 9,5 Prozent, bei den 61-jährigen Frauen stieg sie von 1,6 Prozent im Jänner 2024 auf 8,3 Prozent im März 2026.

Weitreichende Folgen

Neben den finanziellen und persönlichen Belastungen für die Betroffenen bedeutet dies einen Fachkräfte- als auch einen Erfahrungsverlust sowie geringere Sozialversicherungseinnahmen. Damit die steigende Arbeitslosigkeit älterer Frausen nicht nur ein individuelles, sondern ein wirtschafts- und sozialpolitisches Problem: „Damit Erwerbstätigkeit bis zum Regelpensionsalter realistisch und nachhaltig möglich ist, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. wie laufende Weiterbildung. Unterstützungen für Beschäftige und Betriebe sowie betriebliche Gesundheitsförderung und altersgerecht gestaltete Arbeitsbedingungen“, so Christine Mayrhuber, Vorsitzende der Alterssicherungskommission vor Journalisten.

Schulterschluss zwischen Unternehmen, Staat und Beschäftigten

Mit dem Arbeitsmarkt-Transformationsfonds, der Arbeitnehmer:innen und Arbeitssuchende bei der Digitalisierung und KI unterstützen soll. und den zusätzlichen 100 Mio. Euro ab 2027 für Informationen zu spezifischen Beratungs- und Förderangeboten für Personen über 60 Jahren, schafft die Politik den Unternehmen Spielraum und Anreize ältere Frauen zu beschäftigen. „Besonders freut mich, dass freiwilliges Arbeiten in der Pension mit einem Freibetrag von 15.000 Euro pro Jahr und dem Wegfall der Dienstnehmerbeiträge zur Pensionsversicherung ab 1. Jänner 2027 attraktiviert wird“, so die Präsidentin des Österreichischen Seniorenbundes, Ingrid Korosec. Durch den sozialpartnerschaftlichen Schulterschlusss entstehe so eine win-win-Situation für alle. Für die Wirtschaft durch ein größeres Fachkräfteangebot, für den Staat durch höhere Einnahmen und für die Pensionist:innen durch Wertschätzung und Zusatzeinkommen.

Informationsangebote rechtzeitig nützen

Tritt bereits vor Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters Arbeitslosigkeit auf, wird es ab Mitte 50 deutlich schwieriger einen Job zu finden.  Viele Frauen verbringen die Zeit vor der Pensionierung entweder auf Jobsuche oder im Rehageld bis schließlich der Pensionsantritt erfolgt. Es liegt an den Frauen sich rechtzeitig über Optionen wie Altersteilzeit, Teilpension oder Arbeiten im Alter zu informieren, um fundierte und individuelle Entscheidungen für die letzten Jahre der Berufstätigkeit zu treffen. In diesem Zusammenhang möchte ich die Betriebe dazu anregen, zu reflektieren, wie lange ihre Mitarbeitenden im Durchschnitt im Unternehmen verbleiben. Das führt zur wichtigen Erkenntnis: Es zahlt sich nach wie vor aus, auch ältere Arbeitnehmer:innen neu einzustellen“, betont die Präsidentin des Pensionistenverbands Birgit Gerstorfer. Denn derzeit sei es leider so, dass 30 Prozent der Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitenden keine Frauen über 60 Jahren beschäftigen.

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