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BehinderungKultur

Brailleschrift wird UNESCO-Kulturerbe

Die Braille- oder Blindenschrift wurde kürzlich ins Österreichische Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Markus Wolf, Präsident des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ) sieht darin ein "starkes Zeichen für den Wert dieser Kulturtechnik und für die Selbstbestimmung blinder und sehbehinderter Menschen".
Text: Helene Fiegl
brailleschrift
© pexels-tima-miroshnichenko
Die Brailleschrift ist in Österreich für rund 5.000 Personen ein aktiver Begleiter im alltäglichen Leben.

Die Brailleschrift wurde 1825 vom Franzosen Louis Braille entwickelt. Diese Erfindung des damals 16-jährigen blinden jungen Mannes wurde rasch international zur Schrift blinder und sehbehinderter Menschen. Ein Punktmuster, dem ein System von sechs Punkten zugrunde liegt, wird mit den Fingerspitzen ertastet. Doch inzwischen ist die Schrift mehr als ein Kommunikationsmittel. Sie ist „bis heute ein zentrales Kulturgut der Behindertenselbsthilfe und eines der prägendsten, verbindendsten Merkmale in der Gemeinschaft ihrer Nutzer:innen“, heißt es beim BSVÖ.

Brailleschrift als Teil der Identität

„Als weltweit verbreitete Schrift blinder und sehbeeinträchtigter Menschen ist die Brailleschrift in Österreich für rund 5.000 Personen ein aktiver Begleiter im alltäglichen Leben – sie macht gesprochene Sprache tastbar, begründet die UNESCO ihre Entscheidung. Weiters heiß es: „Von blinden Menschen selbst entwickelt und organisiert, ermöglicht sie Zugang zu Information, Bildung sowie Kultur und schafft gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft.“ „Die Brailleschrift ist für blinde und stark sehbehinderte Menschen weit mehr als ein Mittel zur Informationsaufnahme – sie ist Teil unserer Identität“, bekräftigt Markus Wolf.

Gleichzeitig steht die Nutzung der Brailleschrift zunehmend unter Druck. Technologische Entwicklungen sowie rückläufige Förderstrukturen führen dazu, dass immer weniger Menschen die Schrift erlernen. Die Aufnahme in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes unterstreicht daher nicht nur ihren kulturellen Wert, sondern auch die Notwendigkeit, ihre Weitergabe und damit auch das Bestehen jener Verbände, die sie vermitteln, langfristig zu sichern.

 

Hintergrundinfos

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