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Diversity Management

Jobwechsel: Mehr Traum als Wirklichkeit

Während bei den älteren Arbeitnehmern eine Pensionierungswelle naht, suchen die nachrückenden Jungen vermehrt nach beruflicher Neuorientierung: Aktuell wollen 29 Prozent der Generation Z den Job wechseln, verglichen mit nur sieben Prozent der Babyboomer.
Text: Michael Strausz
© Randstad
Bjørn Toonen erstellte die Arbeitsmarktstudie

Tatsächlichen aber sind Jobwechsel insgesamt zurückgegangen, nur elf Prozent der Befragten haben in den letzten sechs Monaten eine neue Stelle gefunden. Das ist einer der wesentlichen Trends aus der neuen Arbeitsmarktstudie „Employer Brand Research 2026“, für die der internationale Personaldienstleister Randstad kürzlich mehr als 4.356 Arbeitnehmende zwischen 18 und 65 Jahren in Österreich befragt hat. Insgesamt wird die jährliche Studie in 34 Märkten durchgeführt.

Die Suche nach beruflicher Herausforderung

Themen sind etwa die Einschätzung des aktuellen Arbeitgebers im Vergleich zum Idealbild oder Gründe für Jobwechsel. Dabei zeigt sich, dass die Wechselwilligkeit trotz der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt im letzten Jahr zugenommen hat: So plant etwa jeder Fünfte (19 %) mittlerweile eine Neuorientierung im nächsten Halbjahr –  im Vergleich von 17 Prozent zum Vorjahr. In der Generation Z (1997-2012), die es aktuell wohl am schwersten hat, einen Job zu finden, suchen sogar drei von zehn Personen nach einer neuen Herausforderung, während es bei den Babyboomern (Jahrgänge bis 1964) nur sieben Prozent sind. Gleichzeitig haben in den vergangenen sechs Monaten insgesamt nur elf Prozent der Befragten tatsächlich den Job gewechselt.

„Die Absicht, den Arbeitsplatz zu wechseln, ist in Österreich nach wie vor deutlich höher als das tatsächliche Wechselverhalten. Diese Schere ist im vergangenen Jahr noch weiter auseinandergegangen. Das deutet darauf hin, dass der wahrgenommene Mobilitätsdruck stärker ist als die tatsächliche Mobilität“, erklärt Bjørn Toonen, Managing Director von Randstad Österreich.

Gehalt als Hauptgrund für Kündigung

Auch heuer wieder hat Randstad die aktuellen Gründe für Jobwechsel eruiert: Eine zu geringe Vergütung (47 %) ist nach wie vor der mit Abstand wichtigste Grund, warum Arbeitnehmer:innen das Unternehmen verlassen würden, gefolgt von einem negativen Arbeitsumfeld (37 %), mangelndem Interesse an der Tätigkeit (32 %) und Bedenken hinsichtlich der Work-Life-Balance (30 %). Letztere spielt vor allem für jüngere Talente eine große Rolle. Ein Drittel von ihnen würde ihren Arbeitsplatz für eine bessere Work-Life-Balance verlassen, verglichen mit etwa einem Viertel der älteren Arbeitnehmer*innen.

„Mit dem demographischen Wandel verändern sich auch die Erwartungen, Werte und Wünsche-. Die Bedeutung eines zu geringen Gehalts als Hauptgrund für einen Jobwechsel steigt mit dem Alter, von rund 44 Prozent bei der jüngeren auf rund 52 Prozent bei der älteren Generation. Insgesamt zeigt sich: Mitarbeiterbindung basiert auf einem Zusammenspiel aus attraktiver Vergütung und einer positiven Alltagserfahrung. Wer die täglichen Arbeitsbedingungen und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben vernachlässigt, riskiert trotz fairer Bezahlung den Verlust von Talenten“, sagt Toonen.

Arbeitsklima wichtiger als Gehalt

Zwar spielt Geld bei der Entscheidung gegen den aktuellen Arbeitgeber die mit Abstand wichtigste Rolle, bei den Kriterien für einen neuen Job ist das Gehalt jedoch erstmals nicht auf Platz 1. Wichtiger ist den Österreicher*innen mittlerweile das angenehme Arbeitsklima (68 %), knapp vor der Vergütung und der Jobsicherheit (jeweils 66 %). „Eine angenehme Arbeitsatmosphäre ist mit 68 % der am häufigsten erwartete Faktor im Profil des idealen Arbeitgebers, doch die aktuellen Arbeitgeber schneiden hier mit 57 % wesentlich schlechter ab, was eine signifikante Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit aufzeigt“, so Toonen. Zu den Top 5-Kriterien eines idealen Arbeitgebers gehören mit etwas Abstand auch die „Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben“ (56 %) sowie „interessante Aufgaben“ (52 %).

Top-Arbeitgeber 2026

Darüber hinaus ermittelt Randstad jedes Jahr auch die attraktivsten Arbeitgeber des Landes. Nachdem AVL List das Ranking über die letzten drei Jahre angeführt hatte, tauscht der Grazer Automobilzulieferer dieses Jahr die Plätze mit dem Linzer Kepler Universitätsklinikum und landet hinter Siemens Energy auf Platz auf Platz 3, abermals gefolgt von Siemens. Auf Platz 5 folgt Fronius, Takeda (6. Platz), BMW Österreich (7. Platz), Flughafen Wien (8.Platz) und VAMED (9. Platz)  vor Infineon.

Nähere Informationen zur Randstad-Studie „Employer Brand Research 2026“: https://www.randstad.at/ueber-randstad/employer-branding/

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