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Diversity Good-Practice
Kultur

Niederschwelliger Wiener Kultursommer startet

Das Open-Air-Festival vom 2. Juli bis 16. August bringt unter dem Motto „Kultur so nah“ 500 Kulturacts bei freiem Eintritt in die Grätzl Wiens. Der Kultursommer leistet einen wichtigen Beitrag zu kultureller Teilhabe, sozialem Zusammenhalt und hoher Lebensqualität.
Text: Michael Strausz
© Michael Strausz
Der Kultursommer ermöglicht Abbau von Barrieren und Teilhabe für Alle

Sechs Wochen lang präsentiert der Kultursommer Wien ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Kabarett, Theater, Literatur, Tanz & Performance und Zeitgenössischem Zirkus in ganz Wien. Die Abendveranstaltungen finden donnerstags bis sonntags zwischen 18:30 und 21 Uhr statt. Neben Kinderprogramm an ausgewählten Vormittagen gibt es 29 Gartenkonzerte in den Häusern zum Leben, zwei Chorabende und einen sonntäglichen Jazz Brunch am Rathausplatz.

Demokratisierung von Kultur

Der Kultursommer ist gelebter Ausdruck einer Stadt, in der leistbare Kultur für alle nicht nur ein Schlagwort ist – im Gegenteil: Die Demokratisierung von Kunst und Kultur ist beim Kultursommer Wien gelebte Praxis. Das zeigt sich nicht nur im freien Zugang an dezentralen Standorten, sondern auch darin, wer auf der Bühne steht, wer erreicht wird und im thematisch breiten Spielplan. Und dann ist der Kultursommer ein wichtiges Projekt für die hier lebenden Künstler:innen – denn der Kultursommer ist auch in Sachen Fair Pay ein Vorzeigeprojekt“, betont Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. Mit seinen Bühnen in Wiener Parks und auf Plätzen löst sich das Festival von klassischen Kulturräumen und schafft eine besondere Situation, in der sich Kunst, Publikum und Nachbarschaft über mehrere Wochen hinweg gegenseitig beeinflussen. An den Spielstätten treffen Fans auf zufällige Besucher:innen und kulturelles Interesse auf spontane Neugier.

Der Kultursommer Wien schafft damit wie kaum eine andere Veranstaltung Räume, in denen ein offenes Miteinander unterschiedlicher Lebensrealitäten möglich wird. Eine Besucherin berichtet: „Mir gefällt die breite Mischung des Programms und Publikums, die so einfach gelingt: Aufführungen von Ballettprofis und danach Dark Wave Indie Sounds. Tanzende Kindergartenkinder, Menschen aus unterschiedlichen Bubbles und Senior:innen aus dem benachbarten Wohnhaus. Ich fand das schon großartig.“

Inklusiv und für alle zugänglich

Ob Dating-Geschichten mit Anfang Siebzig in Dirty Old Women von Jenny Simanowitz und Kathy Tanner, die Verbindung unterschiedlicher kultureller Einflüsse als zentrales Element in der Musik von Tamara Flores oder eine Theaterperformance über bürokratische Hürden für Migrant:innen in MA35 and Friends – der Kultursommer Wien bringt auf die Bühne, was gesellschaftlich gerade bewegt. Das Festival zählt zu den größten Kulturplattformen Europas mit offener Ausschreibung. „Eine Besonderheit des Kultursommer Wien ist, dass es keinen inhaltlichen Schwerpunkt bei der Bewerbung gibt – das Programm entsteht direkt aus den Einreichungen der Künstler:innen. Daraus ergibt sich die besondere Möglichkeit, vieles beinahe in Echtzeit auf die Bühne zu bringen und zu zeigen, was die Menschen aktuell beschäftigt, berührt und bewegt“, erklären die Festivalleiter Caro Madl und Siglind Güttler.

Digitale Mitmachformate von Kultursommer Plus

Bei Kultursommer Plus dreht sich alles ums Mitmachen: In Workshops, offenen Kunststationen und Picknicks kommen Menschen zusammen, lernen einander kennen, schaffen selbst Kunst und nehmen dabei Wien, unser Zusammenleben und die Gesellschaft in den Blick. Ein Schwerpunkt liegt heuer auf analogen Begegnungen: Beim Connection Kiosk – Austausch & Kunst for free! entstehen neue Bekanntschaften, es wird getauscht und gemeinsam gestaltet. Digital Detox – DIY statt AI Druckerei lädt dazu ein, das Smartphone wegzulegen und Kunstdrucke fernab jeder KI oder Share-Buttons zu erstellen. Die Formate fördern Begegnungen auch abseits bestehender sozialer Kreise und bieten Gelegenheiten, miteinander in Kontakt zu kommen, auch als Antwort auf soziale Isolation. Damit knüpft der Kultursommer Wien an Ansätze wie Social Prescribing an, bei denen kulturelle Angebote gezielt genutzt werden, um Wohlbefinden und soziale Teilhabe zu stärken.

Der gesamte Spielplan ist unter https://www.kultursommer.wien abrufbar.

Das gesamte partizipative Programm ist unter https://www.kultursommer.wien/kultursommerplus  abrufbar.

 

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