Betriebstageseltern erleichtern den beruflichen Wiedereinstieg

Rund 7.500 Kinder in Österreich werden derzeit durch Tagesmütter und -väter betreut. Pendlerinnen und Pendler sowie Menschen mit atypischen Arbeitszeiten, für welche die Öffnungszeiten elementarpädagogischer Einrichtungen am Wohnort nicht ausreichen, profitieren besonders von Tageseltern. Die Kinderbetreuung erfolgt meist in den eigenen vier Wänden der Tageseltern – mitunter auch in Räumlichkeiten von Unternehmen.
Unterstützung für Familien und Unternehmen
„Betriebstageseltern bieten Unternehmen die Möglichkeit, ihre Mitarbeiter:innen mit einem flexiblen und bedarfsgerechten Betreuungsangebot zu unterstützen. Gleichzeitig eröffnen betriebliche Räumlichkeiten Optionen für Menschen, die gerne als Tageseltern tätig wären, im eigenen Zuhause jedoch nicht über die entsprechenden räumlichen Voraussetzungen verfügen. Damit kann dieses Modell sowohl Familien als auch Unternehmen und potenziellen Tageseltern neue Perspektiven bieten“, erläutert Viktoria Nagl-Untersperger, Abteilungsleitung Kinderbetreuung im Wiener Hilfswerk. „Tageseltern sind speziell für Klein- und Mittelbetriebe eine attraktive Option, bereits ab einer Belegung mit zwei Kindern ein betriebliches Betreuungsangebot zu schaffen“, ergänzt Isabella Ecker, Leiterin das Fachreferat Kinder, Jugend, Familie und Psychosoziale Dienste im Hilfswerk Österreich.
Familienfreundliche Stieglbrauerei
Für Unternehmen stellt die betriebliche Kinderbetreuung mit Tageseltern einen wichtigen Baustein im Employer Branding und in der Bindung von Arbeitskräften dar, wie das Beispiel der Salzburger Traditionsbrauerei Stiegl zeigt: „Gerade als Familienunternehmen ist es uns ein großes Anliegen, Eltern beim Wiedereinstieg ins Arbeitsleben nach Karenz sowie bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bestmöglich zu unterstützen. Darum setzen wir in unserem ‚Stieglitz Kids-Club‘ auf die Betreuung durch Tageseltern. Das Modell, das wir gemeinsam mit dem Hilfswerk Salzburg seit 2024 umsetzen, hat sich für uns sehr gut bewährt. Es ist flexibel und bedarfsgerecht – sowohl für Eltern als auch für Unternehmen“, betont Stiegl-Personalleiterin Kerstin Vockner.
Drei säumige Bundesländer
Trotz der evidenten Vorteile von Betriebstageseltern fehlen im Burgenland, Vorarlberg und Wien die rechtlichen Rahmenbedingungen für diese familien- und unternehmensfreundliche Betreuungsform. „Für Wiener Betriebe können Betriebstageseltern eine flexible Möglichkeit sein, Mitarbeiter:innen bei der Kinderbetreuung zu unterstützen. Das Hilfswerk Österreich appelliert an die verantwortlichen Politiker:innen in den drei Bundesländern, den Weg für Betriebstageseltern freizumachen: „Immer mehr Menschen melden sich bei den Hilfswerken in den Bundesländern, weil sie sich für eine Stelle als Tagesmutter oder Tagesvater interessieren. Sie schätzen die Möglichkeit, ihren erlernten Beruf auch außerhalb der eigenen vier Wände – z. B. in den Räumlichkeiten von Unternehmen – ausüben zu können. Wenn wir Tageseltern als gewinnbringenden Baustein des Kinderbetreuungsangebots erhalten wollen, brauchen wir diese Attraktivierung des Berufsbilds in allen Bundesländern“, so Isabella Ecker abschließend.


