Neue Kampagne für mehr berufliche Teilhabe von Frauen

Frauen mit Behinderungen sind ein selbstverständlicher und wichtiger Teil der Arbeitswelt. Dennoch erleben sie weiterhin Vorurteile, Benachteiligungen und Diskriminierung. Die neue Medienkampagne „Behindert mich nicht!“ stellt deshalb ihre Fähigkeiten, Qualifikationen und beruflichen Erfahrungen in den Mittelpunkt. Zum Auftakt wurde Anfang September 2026 ein erster TV-Spot auf ORF 2 im Rahmen der Dokumentationsreihe „Ziemlich bestes Team“ im „Konsument:innenmagazin konkret“ ausgestrahlt. Über 50 Frauen mit Behinderungen aus ganz Österreich haben sich dafür beworben, Teil dieser Kampagne zu werden.
Zu Beginn der Veranstaltung betonte Bundesministerin Korinna Schumann, wie wichtig ein chancengerechter Arbeitsmarkt ist. „Essenziell für die Kampagne ist, dass nicht über Frauen mit Behinderungen gesprochen wird, sondern dass sie selbst zu Wort kommen. Und zwar mit der klaren, selbstbewussten Botschaft „Behindert mich nicht!“ – denn Frauen mit Behinderungen dürfen nicht mehr auf ihre Behinderungen reduziert werden.
Großer Handlungsbedarf
Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigen auch Zahlen des Sozialministeriums. 51,8 Prozent der Frauen mit Behinderungen sind erwerbstätig. Bei Frauen ohne Behinderungen liegt der Anteil bei 75 Prozent. Auch die Arbeitssuche dauert für Frauen mit Behinderungen mit durchschnittlich 23 Monaten rund dreimal so lange.
„Frauen mit Behinderungen sind in weitaus höherem Maß mit mit Barrieren und Mehrfachdiskriminierungen konfrontiert als Frauen ohne Behinderungen oder Männer mit Behinderungen. Das behindert ihre ökonomische Unabhängigkeit und ein selbstbestimmtes Leben. Der Österreichische Behindertenrat begrüßt daher die Medienkampagne des Sozialministeriums und war an der Erarbeitung beteiligt“, erklärt Manuela Lanzinger, Vizepräsidentin des Österreichischen Behindertenrats, anlässlich der Kampagnenpräsentation.
Forderung nach barrierefreien Zugängen und gegen Mehrfachdiskriminierung
Lanzinger zufolge müssen daher mehr barrierefreie Zugänge sowie geschlechtsspezifisch angepasste Förderungen zu Ausbildung und Arbeit geschaffen werden, um fair bezahlte Teilhabe am Arbeitsmarkt für Frauen mit Behinderungen zu ermöglichen. Außerdem braucht es Unternehmen, die Frauen mit Behinderungen eine faire Chance am Arbeitsplatz geben.
Das Kompetenzteam Frauen mit Behinderungen des Österreichischen Behindertenrats setzt sich ebenfalls für mehr Gleichstellung und gegen Mehrfachdiskriminierung ein. Ziel muss eine Arbeitswelt sein, in der Frauen mit Behinderungen gleiche Chancen auf Ausbildung, Beschäftigung und berufliche Entwicklung haben.
Kampagnenwebsite: behindert-mich-nicht.gv.at


