• Diversity Management
  • Good Practice
  • People
  • Service
  • Balance
  • Diversity Voices
Diversity Management

Inklusive Schulen statt Ausgrenzung – Forderung Diakonie

Inklusive Schulen: Die Trennung zwischen Sonder- und Regelschulen und eine „vermeintliche Wahlfreiheit“ wird von der Diakonie heftig kritisiert. Die Umverteilung von Ressourcen aus dem Sonderschulwesen in inklusive Schulen wird gefordert.
Text: Helene Fiegl
© Shutterstock/wavebreakmedia
Diakonie fordert Inklusion in der Schule - statt scheinbarer „Wahlfreiheit“

Die Diakonie spricht von einem „Zudecken der gravierenden Mängel bei der Inklusion im Bildungsbereich“. Stein des Anstoßes sind demnach die Schlussfolgerungen, welche das Bildungsministerium im November aus einer Studie zur Vergabe des sonderpädagogischen Förderbedarfs ziehe. „Die Ableitungen aus der Studie bestärken das segregierende Schulsystem, anstatt es zu hinterfragen“, betont Maria Katharina Moser, Direktorin der Diakonie Österreich.

Nur vermeintliche Wahlfreiheit
Erst im August seien im Rahmen der Staatenprüfung durch den UN-Fachausschuss für inklusive Bildung „eklatante Versäumnisse seitens der Politik“ festgestellt worden, hält Moser vor Augen. Wenn das Bildungsministerium „verkündet, dass Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen im Schulsystem adäquat unterstützt und begleitet‘ werden, grenzt das an Realitätsverweigerung.“
„Wir als Diakonie kritisieren die Trennung zwischen Sonder- und Regelschulen und die vermeintliche Wahlfreiheit, weil es dadurch zur Segregation kommt und Chancengleichheit schon früh und nachhaltig verhindert wird“, betont Moser.

Die Praxis zeige, dass Regelschulen, so wie sie sind, in vielen Fällen die individuelle Begleitung für Kinder mit speziellen Bedürfnissen nicht leisten können. Die Diakonie-Direktorin sieht die Gründe dafür in fehlenden Unterstützungs- und Therapie-Angeboten. Oft gebe es zudem bauliche Barrieren, die den Besuch der Regelschule für Kinder mit Behinderungen unmöglich machen.

Inklusive Schulen statt Sonderschulen

„Auch der UN-Fachausschuss, der im August 2023 die Umsetzung der inklusiven Bildung nach der UN-Behindertenrechtskonvention stark kritisierte, empfiehlt Österreich das Ende des Sonderschul-Ausbaus“, unterstreicht die Diakonie. Gefordert sei eine nationale Strategie für eine inklusive Bildung ohne Sonderschulen.

Aus Studien sei bekannt, dass eine diverse Schulkultur einen wesentlichen Beitrag zum positiven Schul- und Klassenklima leistet, führt Moser aus. Vom individualisierten Unterricht würden außerdem alle Kinder kognitiv und sozial profitieren, nicht nur Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Die Diakonie fordert daher ein Neudenken von Schule und eine Umverteilung von Ressourcen aus dem Sonderschulwesen in inklusive Schulen.

 

Hintergrund
Studie des Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung: „Evaluierung der Vergabepraxis des sonderpädagogischen Förderbedarfs (SPF) in Österreich“. Der Studie zufolge sind 97,7% der Eltern mit der im Verfahren zur Vergabe des sonderpädagogischen Förderbedarfs festgesetzten Schule sehr zufrieden bzw. zufrieden.
„Das zeigt ganz klar: Die Wahlfreiheit für Eltern, in welchem Setting ihr Kind beschult wird, hat eine große Bedeutung. Das kann entweder eine Kleinklasse an einer Sonderschule oder in einer inklusiv geführten Klasse einer Regelschule sein. Grundsätzlich ist allen Schülerinnen und Schülern der Zugang zu allen Bildungsinhalten zu gewähren, die Standortwahl ist jedoch eine Entscheidung der Eltern. Diese Wahlfreiheit soll auch weiterhin eine große Rolle spielen, denn Eltern wissen am besten über die Bedürfnisse ihrer Kinder Bescheid“, sagt Bundesminister Martin Polaschek in einer Pressemitteilung.

Mehr zum Thema Diversity Management
© arbeit plus Wien

Frauenarbeitslosigkeit steigt um sieben Prozent

Laut AMS-Arbeitsmarktdaten zeigt der Arbeitsmarkt zum 34 Mal in Folge eine negative Entwicklung. Frauen sind mit 147.437 Personen am stärksten betroffen, ebenso Arbeitnehmer:innen ab 50+. Gleichzeitig verschärft sich die Lage bei Langzeitbeschäftigungslosen (+14,1%) im Jahresvergleich weiter.
Menschen im Büro vor einem Laptop
© pexels_Ivan Samkov

Fachkräftemangel in Österreich bleibt größtes Unternehmensrisiko

62 der Unternehmen zählen den Fachkräftemangel zu den größten Gefahren für das eigene Unternehmen, fast ein Drittel hält ihn sogar für sehr gefährlich. Das ergab eine Studie der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY, für die im August und September 2025 über 500 Verantwortliche von KMU befragt wurden.
Behinderter Jugendlicher
© Ortopediatri Çocuk Ortopedi Akademisi

Jeder vierte Jugendliche mit Behinderung gehört zur NEET-Gruppe

Neue Zahlen der Statistik Austria zeigen massive strukturelle Nachteile von Menschen mit Behinderung beim Einstieg ins Berufsleben. Besonders alarmierend ist die Entwicklung bei den 15-24jährigen" (NEET-Gruppe).
MINT für Kinder und Jugendliche
© pexels/Vladimir Srajber

MINTwoch wird 50: Naturwissenschaften und Technik für Kids

MINT-Wissenschaften zum Angreifen für Schüler:innen gibt es in Salzburg monatlich. Am sogenannten „MINTwoch“ finden nun im Feber bereits zum 50. Mal Mitmach-Workshops für Kinder und Jugendliche zwischen der 5. und 10. Schulstufe statt.
  • Über uns
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Mediadaten
Hier geht es zur aktuellen Ausgabe