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Diversity Management
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Die Freude am Sprechen im Kindergarten fördern

Mehrsprachigkeit ist ein großartiges Potential. Dennoch erleben die meisten Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, in unserem Land eher Stigmatisierung als Anerkennung. Die Wiener Kinderfreunde steuern in 155 Kindergärten dagegen und kombinieren dazu Sprach- und MINT-Förderung.
© Shutterstock/LightField Studios

Am Anfang steht das Staunen. Nanu, die Rosinen, die gerade von der Elementarpädagogin ins Wasserglas gegeben wurden, beginnen zu schweben. Die Kinder sehen dies und sind begeistert. Die kleine Hand zeigt auf das Glas: „rodzynki pływają!“ Ein anderes Kind ruft: „the raisin floats!“ Verstehen die Kinder einander? Vielleicht nicht den Worten nach, aber dennoch innerhalb ihrer geteilten Beobachtung.

Wichtiger noch, sie möchten über ihre „naturwissenschaftliche Beobachtung“ reden und sie mitteilen. Dies sollen sie zunächst tun, wie „ihnen der Schnabel gewachsen“ ist. Der Sprachanlass eines MINT-Experiments bringt sie zum Erklären. Dabei erweitern sich ihr Bewusstsein und ihr Weltbild. Wäre nur die Normsprache Deutsch für den Ausdruck des kindlichen Staunens zulässig, wären die Kinder gehemmt und einige ausgeschlossen (self silencing).

Keine Sprache darf ausgeblendet werden

Sprachliche Bildung in Kindergarten und Schule muss nach Meinung der Kinderfreunde alle Kinder erreichen und berücksichtigen, ob ein Kind ein- oder mehrsprachig aufwächst. „Keine Sprache darf ausgeblendet werden, ansonsten laufen wir Gefahr, Kinder, die noch nicht Deutsch sprechen, stumm zu machen und damit ihre gesellschaftliche Teilhabe und kognitive Weiterentwicklung zu verhindern. Daher gehen wir in den 155 Kinderfreunde-Kindergärten und -Horten einen anderen Weg“, erklärt Dr.in Karin Steiner, Mehrsprachigkeitsexpertin und Leiterin der Abteilung EU-Projekte und pädagogische Entwicklungen bei den Wiener Kinderfreunden.

Denn Kinder haben eine innere Lust, die Welt um sie herum zu hinterfragen. Wer erklären will, warum die Rosine schwebt, muss Worte für die eigenen Beobachtungen finden. Steiner: „Da sie ihre Erkenntnisse dann mit allen Kindern in der Gruppe teilen möchten, greifen sie im nächsten Schritt automatisch und selbstmotiviert auf die gemeinsame Sprache Deutsch zu. Hier unterstützen wir dann wieder.“

Die Faszination der Sprache

Das Wissen über den Umgang mit Mehrsprachigkeit in den Kindergärten und die Forschung dazu ist den Kinderfreunden ein besonderes Anliegen. Darum arbeiten sie im Rahmen ihrer INTERREG Projekte seit acht Jahren an dem Transfer der neuesten Theorie-Erkenntnisse in die Praxis. Dazu bietet die Kinderfreunde Fortbildungsakademie eine Qualifizierungsoffensive für Pädagog:innen und Assistent:innen: In Kursen werden die neuesten Erkenntnisse der Sprachpädagogik vermittelt und es wird erarbeitet, wie diese in die Kindergärten einfließen können.

Dabei wird den Pädagog:innen der Druck genommen, nur die eine Sprache zu fördern. Sie wissen genau, wie sehr es alle hemmt, nur auf Fehler hinzuweisen. Vielmehr geht des darum, die Faszination an der Sprache zu schulen. Zu schauen, was ein Verb eigentlich bewirkt – und das kann dann sogleich etwa in Bewegungseinheiten umgesetzt werden. Die Sprache soll wieder im Spaßfokus sein, denn Sprache ist etwas, womit sich spielen lässt. Und weil viele Spielmöglichkeiten besser sind, als wenige, entsteht daraus Lust auf mehr.

Zum Weiterlesen

Hier finden Eltern und Pädagog:innen eine Vielzahl von Materialien zur Förderung der Mehrsprachigkeit, wie einen Elternratgeber, Handbücher und Prinzipien zur sprachlichen Bildung, sowie die Inhalte und Arbeitsmaterialien der „Sprachsensiblen Mintboxen“

Lest, welchen Stellenwert Vielfalt bei den Kinderfreunden hat.

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